Kein Grabtuch in Turin

Teil 7 von 9 des Reiseberichts 2025.3 Seealpen

Ich startete den Dienstagmorgen, 24.06, mit einem kleinen Lauf Rund um Borgata bis zur Ponte Amedeo IX il beato und wieder zurück zum Hotel.

Ponte Amedeo IX il beato
Ponte Amedeo IX il beato

Nach dem Frühstück fuhr ich mit Bus und Tram in die Innenstadt und lief zunächst zur Porta Palatina. Dieses einzige erhalten Stadttor des römischen Turins, stammt aus dem 1. Jahrhundert. Die Namensherkunft ist umstritten, aber einige Hinweise deuten daraufhin, dass sich dort entweder in der römischen oder langobardischen Zeit ein Herrenhaus, Palatium, befand.

Geschichte zum Anfassen

Nur wenige Schritte weiter lief ich zum Turiner Dom. Dort befindet sich das bekannte Grabtuch von Turin, aber als ich dort ankam, war eines davor los. Ein großes Aufgebot, eine Kapelle spielte und Oldtimer fuhren auf den Vorplatz, aus denen hastig Menschen stiegen und in den Dom gingen. Auch ich ging an einem Seiteneingang hinein und traf auf Menschenmassen. Offensichtlich fand eine Messe statt und daher war das Grabtuch auch nicht zugänglich.

Das war nichts für mich, also verließ ich schnell das Geschehen und ging um den Dom herum Richtung Königlicher Palast. Auf dem Weg dorthin standen jede Menge Fiat 500 von einem Club, italienischer geht es nicht mehr.

Der Palazzo Reale in Turin wurde ab 1584 im Auftrag von Carlo Emanuele I. erbaut und im Laufe der Jahrhunderte von bedeutenden Architekten wie Vitozzi, Juvarra und Alfieri erweitert und umgestaltet. Zahlreiche Künstler schmückten die Räume mit Fresken, Decken und Gemälden, die Macht und Tugenden des Herrscherhauses Savoyen verherrlichten. Unter Karl Albert erfuhr der Palast im 19. Jahrhundert weitere tiefgreifende Renovierungen. Nach der Verlegung der Hauptstadt und dem Ende der Monarchie verlor er seine Funktion als Residenz und ging 1946 in den Besitz des italienischen Staates über. Heute befinden sich mehrere Museen im Palast.

Piazzetta Reale
Piazzetta Reale

Nach dieser tiefhistorischen Exkursion ging es mit Bus und Tram an den östlichen Stadtrand von Turin. Mit der Zahnradbahn ging es von der Stazione Sassi über die knapp 3,1 km lange Strecke hinauf auf den Berg Superga. Der Höhenunterschied beträgt 425 m und die maximale Steigung ist 21 %. Die Bahn gibt es bereits seit 1884. Damals noch als Standseilbahn. Nach dem Riss des Seiles, ohne schwere Folgen, wurde im Jahr 1934 das auf das bis heute bestehende Zahnradsystem umgerüstet.

Hoch über Turin

Schon die Fahrt bietet kurze Blicke über die Stadt Turin, aber oben angekommen, ergab sich das ganze Bild. Ich lief noch etwas weiter hinauf, zur Basilica della Natività di Maria Vergine, eine Wallfahrtskirche. welche ab 1716 gebaut und 1731 fertiggestellt wurde.

Natürlich lies ich mir hier die Gelegenheit zum Aufstieg auf die Kuppel nicht nehmen, um einen tollen Blick über Turin zu erhaschen.

Bevor ich wieder mit der Bahn hinunterfuhr und weil auch noch genug Zeit war, bis die nächste fuhr, setzte ich ich mich in das kleine Café am Bahnhof für einen Espresso und genoss die Nachmittagssonne. Dann ging es rumpeling wieder mit der Zahnradbahn nach unten und ich fuhr weiter mit Tram und Bus ins Zentrum.

Ich flanierte abermals zum Turiner Dom, dabei lief auch am Teatro Romano. Das römische Theater von Turin, Teil der antiken Stadt Augusta Taurinorum, wurde Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. errichtet und bis ins 3. Jahrhundert genutzt. Es erlebte mehrere Bauphasen, die seine Kapazität auf bis zu 3.000 Zuschauer erhöhten, und diente zeitweise auch Naumachien. Mit dem Aufkommen des Christentums verfiel es und wurde ab dem 4. Jahrhundert als Steinbruch genutzt. Die Reste verschwanden weitgehend, bis sie 1899–1906 bei Bauarbeiten am Palazzo Reale entdeckt und unter König Umberto I. sowie dem Architekten Alfredo D’Andrade restauriert wurden. Heute sind die Überreste im archäologischen Park Via XX Settembre sowie im Antikenmuseum von Turin sichtbar.

Teatro Romano
Teatro Romano

 

Der Dom war leer am späten Nachmittag und somit die Sicht frei auf das Grabtuch.

Ein leckerer Abschluss

Auch hier in Turin gibt es die Gelateria La Romana und weil es in Saluzzo schon gut schmeckte, gönnte ich mir auch hier ein Eis, diesmal mit dem Kaffee im Becher daneben.

Kaffee und Eis
Kaffee und Eis

Ich spazierte noch etwas durch die schmalen Gassen im Zentrum und kehrte dann zum Abendessen im Mezzaluna[1] ein.

Noch bevor ich bestellte, bekam ich einen kleinen Gruß aus der Küche und die Karte hielt jede Menge leckere Speisen bereit, so dass es mir doch schwer fiel, mich zu entscheiden. Aber neben dem Olivier-Salat als Vorspeise, sollte es natürlich italienisch sein, so entschied ich mich für die vegane Carbonara, asl zweiten Gang und zum Abschluss Räuchertofu mit Gemüse und Mandelsauce.

Das war durchweg ein leckeres und empfehlenswertes Essen, ich hätte gern mehr probiert.

Lauf am Morgen

Download file: Rund_um_Borgata_Vittoria.gpx

  1. [1] Ristorante vegano e biologico a Torino, Cucina Torte e Buon Vino | Mezzaluna

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