Island: Fazit, Fakten und ein Film

Teil 12 von 12 des Reiseberichts 2022.3 Island

Nun denn, der letzte Beitrag zur Island-Reise. Ganz alleine und weit weg.

Es ist ja nicht so, dass ich noch nie alleine unterwegs war und grundsätzlich habe ich damit auch kein Problem, aber ein bisschen vermisst habe ich es schon, wie es bei früheren Reisen mit Frau oder Freunden war. Eigentlich immer am Abend, wenn wir sonst gemeinsam über die Eindrücke reflektieren konnte. Dennoch war es eine großartige Reise, die so oder ähnlich schon lange auf dem Plan stand.

Im Vorfeld und gerade weil ich alleine unterwegs bin, hatte ich mir einige Gedanken gemacht. Man ist eben auch auf der Ringstraße lange der einzige Mensch und da ich bezüglich des Tankstellennetzes und der Möglichkeit Rund um die Uhr tanken zu können unsicher war, hatte ich vorsorglich einen kleinen Ersatzkanister mit Benzin dabei. Ich sag es mal. Das Benzin darin hat den gleichen Weg zurückgelegt wie ich, ich habe es zum Glück nicht gebraucht. Ok, auf Grund von Zeitmangel habe ich mich auch nicht ins Landesinnere bewegen können, aber wie andere Fahrer so erzählten, war es auch da nicht ganz so problematisch.

Aber auch für den Fall, dass es andere Notfälle gibt, ich nicht weiterkomme und es möglicherweise kein Mobilfunknetz gibt, hatte ich vorgesorgt und einen SPOT Satellitentracker dabei, damit konnten Familie und Freunde daheim mich und meine Reise verfolgen und ich hätte im Fall der Fälle Rettung rufen können. Auch das habe ich zum Glück nicht gebraucht und auch hier das Motto, haben ist besser als brauchen.

am Gullstein
am Gullstein

Öfter gebraucht habe ich aber meine Regenklamotten von Acerbis[1]. Meine helle Alpinestars Yokohama-Kombi hat nun schon einige Jahre auf dem Buckel und ist auch mit guter Pflege und Imprägnierung immer noch eine Weile wasserdicht, aber der isländische Regen drückt halt doch irgendwann rein. Die transparenten Regenklamotten waren eine gute Ergänzung, hielten mich trocken und fallen nicht auf. Eigentlich sind die für Motocrossfahrer und haben daher große Belüftungsöffnungen unter den Armen, dadurch wird es auch keine Sauna da drin. Der größte Vorteil, die Hose und Jacke lassen sich super unterwegs drüberziehen, ohne dass ich die Stiefel ausziehen musste. Das war bei spontanem Starkregen in 2 Minuten erledigt. Bei anderen Regenpellen habe ich das deutlich enger und fummeliger in Erinnerung.

Wie dem auch sei, Wetter gibt es jede Menge in Island und das auch gern mal in schnellem Wechsel und selbstverständlich jede Menge Wind, so dass man auch auf schnurgeraden Straßen gern und oft in Schräglage fährt.

Die Tour in Zahlen

  • 17 Tage unterwegs
  • 9 Tage auf Island
  • 3740km gefahren
  • 27 Caches geloggt
Schotterpiste
Schotterpiste

 Braucht man Bargeld und was hat das alles gekostet?

In Dänemark, als auch auf der Fähre war kein Bargeld nötig. Auf der Fähre kann man notalls mit Euro bezahlen, bekommt dann aber Kronen zurück.

Da ich die Situation in Island nicht abschätzen konnte, habe ich in Húsavík am Automaten 7000 ISK gezogen, das waren rund 50€ und sollten für den Notfall reichen. Theoretisch gebraucht hätte ich es nicht. Die Tankstellen sind überall Automaten, die bis auf die N1-Tankstellen, immer per kontaktloser Zahlung genutzt werden können. Also Telefon ran und losgetankt. (In Dänemark übrigens auch). Bei den N1 Tankautomaten muss man die Karte reinstecken. Bei allen Automaten wird ein Betrag zwischen 10.000 – 20.000 ISK geblockt und nach dem Tanken, nur der getankte Betrag gebucht.

Unterkünfte, Restaurants, kleine Läden, überall kann man kontaktlos zahlen, daher muss man sich nicht wirklich mit Bargeld beschäftigen. Wenn man dies dennoch tut, ich musste meines ja auch loswerden, dann der Hinweis, es wird bei Nachkommastellen kaufmännisch auf ganze Kronen gerundet.

Bei Petras Steinmuseum[2] konnte ich den Einritt nur bar zahlen und die Fahrradmiete[3] ging auch nur bar (ohne Quittung, ohne Worte). Aber das waren auch schon die seltenen Ausnahmen und eventuell hätte ich verzichtet, wenn ich es nicht passend gehabt hätte oder kein Automat in der Nähe wäre.

Trinkgeld ist unüblich, wie in allen anderen skandinavischen Ländern. Wenn man im Restaurant fertig ist und zahlen möchte, steht man auf und geht an den Tresen, man muss also nicht warten und hoffen. Äußerst angenehm das Ganze. Sparen kann man natürlich an den Getränken etwas, da es ja kostenloses Wasser gibt, wenn man zum Essen isländisches Wasser bestellt.

Nun aber zu den harten Fakten, ja, es war nicht günstig, aber lohnenswert:

  • Fähre 869€
  • Unterkünfte 1087,40€
  • Essen gehen 531,96€
  • Eintritt 90,89€
  • Lebensmittel 72,86€
  • Parken 2,21€
  • Souvenirs 160,04€
  • Tanken 437,91€
  • Fahrrad 14,40€
  • Internet auf der Fähre 61€

Verhungert man da nicht als Veganer?

Nö.

Um ehrlich zu sein, war ich sehr positiv überrascht. Ich hatte mir natürlich vorsorglich, vor allem für die Fähre, ein paar Lebensmittel mitgenommen. Auf der Fähre war ich froh, dass ich keine Menüs im Voraus gebucht hatte, das wäre zwar günstiger, aber in den Menü-Restaurants ist die Auswahl an Speisen ohne tierische Inhaltsstoffe beschränkt, so dass es sich aus meiner Sicht nicht lohnt. Süßes Frühstück, als Brötchen und Marmelade ist nie das Problem. In der Nóatún Cafeteria gibt es unter anderem einen vegetarischen Burger, der veganisiert werden kann. Man kann mit den Leuten reden, das stellt gar kein Problem dar.

In Island selbst gibt es, neben der gänzlichen Selbstversorgung durch Supermärkte, in fast jedem Restaurant mindestens eine vegane Option. Das sind oft Burger, aber auch mal Pizza und in Reykjavik ist die Auswahl schon sehr groß. Reine vegane Restaurants und mehrere vegane Optionen in den anderen Restaurants.

Zwar nicht besucht, aber überall in Reykjavik Werbung gesehen vom größten veganen Supermarkt der Welt Vegan búðin[4]. In den regulären Supermärkten, selbst in ganz kleinen Orten, gibt es natürlich mindestens Hummus in diversen Sorten, immer vegane Milchproduktalternativen und in den meisten auch Produkte von VioLife und Co. Sie sind natürlich durch den Import etwas teurer, aber nicht unerschwinglich. Achja, Lebensmittelgeschäfte haben auch jeden Tag geöffnet, am Sonntag nicht ganz so lang wie die restlichen Tage, aber lange genug.

Was ist denn jetzt mit dem Film?

Ja, genug geschrieben. Wer noch Fragen hat, immer rein damit in die Kommentare, aber nun zum Film.

Bei den vielen Eindrücken und Sehenswürdigkeiten ist er mal wieder etwas länger geworden, also zurück lehnen und die nächsten 30 Minuten genießen.

 

  1. [1] Acerbis Rain Pro – Amazon
  2. [2] jede Menge Steine
  3. [3] interessante Akustik
  4. [4] Vegan búðin

2 Kommentare zu “Island: Fazit, Fakten und ein Film

  1. Hallo Max, dein letzter Reisebericht ist ja der Hammer. Was für eine Fleißarbeit. Sogar noch mit persönl. Erklärungen. Ich bin begeistert.
    Gruß von der Blogoma

    AntwortenAntworten

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