zur Fähre auf die grüne Insel

Teil 1 von 12 des Reiseberichts 2019.1 Irland

Nach der Tour durchs Baltikum im letzten Jahr[1] zeichnete es sich leider schon ab, dass eine gemeinsame Motorrad-Urlaubstour in 2019 in der Stammbesetzung nicht möglich sein wird. So beschloss ich mich zum Jahresende hin, dass es für mich nach Irland geht.

Eine Rundtour sollte es wieder sein, so gab es mehrere Optionen, die jedoch alle mit einer Fährfahrt in Cherbourg starten sollten. Zur Auswahl stand die Überfahrt nach Rosslare um dann im Uhrzeigersinn entlang der Küsten bis etwa Letterfrack zu fahren und von dort nach Dublin und zurück.

Ebenso möglich war diese Tour genau andersherum. Da mehrere Fährgesellschaften zur Auswahl standen, aber auch die Zeit für die Anfahrt nach Cherbourg in Betracht gezogen werden musste, ergaben sich hier schon einige Schwierigkeiten, die immer zu wenigen Urlaubstage sinnvoll aufzuteilen und mit den Fahrzeiten der Fähren in Einklang zu bringen.

Da aber auch Vio von Irland träumte, sie aber aus gesundheitlichen Gründen seit unserer Tour nach Schweden in 2010[2] nicht mehr mit mir längere Strecken fuhr, dachte ich mir, dass es ja eine gute Idee wäre, wenn ich einen längeren Aufenthalt in Dublin einplane. Vio würde dann mit dem Flugzeug für ein paar Tage nach Dublin kommen, die wir dort gemeinsam verbringen könnten.

Das fand sie ganz und gar nicht gut, denn selbstverständlich wollte sie auch die tolle Landschaft und nicht nur eine Stadt sehen. Damit blieb ihr aber auch nichts anderes übrig, als doch die gesamte Tour mit mir zu fahren.

Glücklicherweise hat sich in den letzten 2 Jahren ihr Gesundheitszustand verbessert und nach langem Überlegen und gemeinsamen Planen haben wir dann einen groben Plan für die Reise nach und durch Irland entwickelt.

Hin und zurück von Cherbourg nach Dublin und von Dublin aus entgegen dem Uhrzeigesinn einmal herum. Naja fast, aber dazu später mehr.

Tag 1: auf nach Wuppertal

Am ersten Juni war es dann soweit und zunächst standen 3 lange Verbindungsetappen bevor um die knapp 1400km von Berlin bis Cherbourg zu überbrücken.

Zunächst ging es über die A2 nach Wuppertal, spannend ist das nicht und es war auch erstaunlich wenig Verkehr, als man es sonst gewohnt ist. Nur kurz vor Wuppertal gab es einen kleinen Stau, aber 545km und fast 7h später waren wir dann am gebuchten Hotel.

ReisemoppedIch hatte für die Reise im Vorfeld die Unterkünfte auf dem europäischen Festland und in Dublin bereits gebucht. Alle weiteren Stationen auf der Insel sollten spontan gesucht werden.

Das Hotel[3] war zweckmäßig und wir sind ja generell nicht anspruchsvoll. Nach dem das Zimmer bezogen und wir umgezogen waren, ging es jedoch wieder raus an die Wupper. Leider bot sich nicht die Gelegenheit mit der Schwebebahn zu fahren, denn die war seit Herbst 2018 außer Betrieb. Aber zumindest die Konstruktionen ließen sich bewundern.

Und wie das mit solchen Sehenswürdigkeiten so ist, gab es auch einen passenden Cache[4] zu finden, den ich mir nicht entgehen ließ.

Nach dem Spaziergang hatten wir auch genug Hunger fürs Abendessen und danach ging es auch schon wieder zurück ins Hotel, denn am nächsten Tag stand ja auch die nächste lange Etappe an.

Tag 2: durch Belgien bis nach Amiens in Frankreich

Nach dem Frühstück packten wir wieder unsere Sachen und machten uns auf Richtung Frankreich.

Über A46 und A44 ging es bei Aachen auf die E40 nach Belgien. Bei Lüttich ging es auf der E42 bis nach Mons, wo wir nach einem Tankstopp auf der Route Nationale N51 bis nach La Sentinelle in Frankreich fuhren.

Weiter auf der E19 ging es bis Cambrai und weiter über die D630 und D929 bis nach Amiens.

Louverval Military Cemetery

Louverval Military Cemetery

Auf dem weiteren Streckenverlauf der D630 tauchten immer mal wieder einige Gedenkstätten auf. Irgendwann mussten wir dafür auch mal anhalten.

Auch wenn es mit 433km weniger Strecke als am Vortag war, brauchten wir dennoch ebenfalls knapp 7 Stunden, das ist natürlich auch den häufigeren Pausen und den etwas langsameren Landstraßenanteilen geschuldet.

Dennoch waren wir froh, dass wir endlich unser Zimmer im Comfort Hotel Amiens[5] beziehen konnten.

das Zimmer in Amiens

das Zimmer in Amiens

Nach dem wir uns kurz erholten, immerhin waren die letzten 2 Tage auch recht warm mit fast 30°C fuhren wir mit dem Taxi zur großen Kathedrale in Amiens und wir waren überwältigt, welch Anblick uns sich hier bot.

Mit dem passenden Namen Cathédrale Notre-Dame d’Amiens tat sich hier eine gotische Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit einer Turmhöhe von über 112m auf. Aber auch in der näheren Umgebung findet man das eine oder andere interessante Stück, wie beispielsweise die monumentale Uhr von Dewailly.

Nach diesen vielen Eindrücke kehrten wir hungrig im Au Bureau Amiens[6] zum Abendessen ein und verweilten lange in der untergehenden Abendsonne, bevor wir uns auf den dann doch beschwerlichen und langen Fußmarsch zurück zum Hotel machten. Denn ein Taxi haben wir dann nicht erwischt.

Mit müden Beinen fielen wir dann ins Bett.

Tag 3: die Fähre ruft

Mittlerweile bereits routiniert packten wir nach dem Frühstück unser Zeug zusammen. Im Gegensatz zu den Vortagen startete der Montag trüb und deutlich kühler. Damit wir genug Zeit hatten, ging es bereits um 8 Uhr los Richtung Cherbourg und direkt nach dem Start verpasste ich die Auffahrt zur Autobahn und musste einen kleinen Umweg fahren.

Doch dann lief es gut. Über die E44 zur Brücke der Normandie, welche über die Seine führt. Hier befuhr ich unwissentlich die falsche Spur in der Maut-Station und nachdem trotz mehrfacher Versuche die Anlage nicht reagierte und die Schranke nicht öffnen wollte, eilte ein Maut-Mitarbeiter herbei und machte deutlich, dass ich hier falsch stehe und Motorräder eine eigene Spur hätten. Da ich nicht mehr zurück konnte, wurde mir die Schranke manuell geöffnet und ich durfte passieren.

Bei Quetteville wechselten wir auf die E46, welche später bei Saint-Hilaire-Petitvile zur E3 wird und bis nach Cherbourg und damit zum Fährhafen führt.

Auf der Autobahn sahen wir viele historische Militärfahrzeuge die hier in der Normandie zu den 75jährigen Feierlichkeiten des D-Day anreisten.

Überpünktlich waren am CheckIn. In der Zwischenzeit kam auch die Sonne raus und so war die Wartezeit nicht weiter tragisch, zumal wir hier auch ins Gespräch mit anderen Motorradreisenden aus Irland oder der Schweiz kamen.

Fährhafen- Cherbourg

Fährhafen- Cherbourg

Nachdem der CheckIn öffnete und wir unsere Bordkarten hatten, hieß es jedoch wieder warten, bevor es endlich auf die Fähre ging.

Auf dem Fahrzeugdeck wollte ich wie gewohnt mein Mopped mit den eigenen Gurten befestigen, doch dann kam auch schon Schiffspersonal und machte deutlich, dass hier nur die bereitgestellten Gurte mit einer Art Kissen, welches daran befestigt war, genutzt wird. So wird der Gurt mit dem Kissen auf die Sitzbank gelegt und einfach rechts und links am Boden eingehakt und festgezogen. Sonderlich begeistert war ich von dieser Art der Verzurrung nicht, aber mir blieb hier auch nichts anderes übrig.

festgemacht

festgemacht

Nun hieß es Kabine suchen und entspannen, denn kurz darauf legte die Fähre auch schon ab. Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, war es auch schon Zeit für das Abendessen.

Damit hatten wir die ersten 3 Tage hinter uns und wir waren auf die kommenden Tage in Irland sehr gespannt.

Karte der Anreise zur Fähre

Höhenprofil

 

  1. [1] Baltikum und Finnland 2018
  2. [2] Schweden 2010
  3. [3] Residenz Hotel Wuppertal
  4. [4] GC1BK0Y Schwebebahnbrücke – Geocache
  5. [5] Comfort Hotel Amiens
  6. [6] Au Bureau Amiens

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Datenschutzerkärung