zu Besuch bei den Masuren

Teil 9 von 11 des Reiseberichts 2018.1 Baltikum und Finnland

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

Der zwölfte Reisetag sollte uns nach Masuren in Polen bringen. Die lange Fahrt mit Durchquerung von Litauen musste daher früh beginnen. So starteten wir nach dem zeitigen Frühstück Richtung Westen.

Nach nur wenigen Kilometern, noch in Riga, ging die Varadero aus und ließ sich nicht mehr starten. Die Batterie war voll und noch ein zwei mal ging sie dann doch noch im Leerlauf an, um beim Gasgeben direkt wieder abzusterben. Etwas ratlos woran es liegen könnte und mit dem Gedanken, dass wir ja vor knapp 2km an einem Motorradladen vorbei kamen, fuhr ich los, um nach Hilfe zu fragen. Bei Motofavorits[1], welche vor allem Harley Davidson und KTM verkauften, fragte ich, ob man evtl Zeit hätte und schilderte das Problem. Zunächst hieß es es, man hätte keine Zeit, als ich jedoch auf unsere Reise und dem damit verbundenen heutigen Reiseziel Polen zu sprechen kam, bat man uns an, sich die Sache anzuschauen.

Ich rief also Jony an, denn nun hieß es für ihn schieben. Romina brachte einen Teil des Gepäcks mit ihrer Tiger zur Werkstatt und dann hieß es warten. Glücklicherweise spielte das Wetter am Morgen mit, die Sonne schien und es wurde wärmer.

Nach einiger Zeit kamen Jony und Fia und die Jungs von Motofavorits brachten die Varadero gleich in die Werkstatt und begannen mit der Diagnose. 20 Minuten später erfuhren wir, dass die Benzinpumpoe defekt ist und einer neue beschafft werden muss. Diese kann frühesten in 24h aus dem Honda-Lager in Polen vor Ort sein. Wir bereiten uns und beschlossen, dass Fia und Jony eine weitere Nacht in Riga bleiben. Das eben verlassene Hotel konnte kurzfristig nochmal ein Zimmer bereitstellen.

Romina und ich machten uns dann auf Richtung Polen. Kurz hinter Riga zog sich der Himmel zu und es begann zu regnen. Ob der Wärme war das nicht sonderlich unangenehm und nach kurzer Zeit war dies auch schon wieder vorbei und den Rest des Weges begleitete uns wieder die Sonne.

kurze Pause in Litauen

kurze Pause in Litauen

Unsere Fahrt führte uns durch Litauen und auf Grund des Zeitverlustes durch den Werkstattaufenthalt, konnten wir leider keine größeren Pausen einlegen und mussten somit auch den Kreuzhügel[2] in Litauen wortwörtlich links liegen lassen.

Kurz vor 19 Uhr kamen wir dann in der Nähe der Unterkunft an. Ein sandiger Weg durch den Wald trennte uns von der Hauptstraße und unserem Ziel. Nach über 8 Stunden und mehr als 500km waren wir auf das kleine Abenteuer nicht mehr vorbereitet, aber meisterten es dennoch, obwohl auf der Tiger, wie bereits in Lettland festgestellt, die ungeeigneten Reifen montiert sind.

Die Privatunterkunft, ein ausgebauter Stallanbau, bot zwar Schlafplätze und Dusche, aber leider kein Abendessen. Fußläufig war hier zumindest innerhalb von 10 Minuten auch nichts zu erreichen, so dass ich mich nochmal aufs Mopped schwang, durch den Wald fuhr und in der nächsten Ortschaft Kętrzyn im Supermarkt ein paar Kleinigkeiten einkaufte. Zum Glück haben hier die Geschäfte auch bis 23 Uhr oder länger offen, sonst wären wir tatsächlich etwas aufgeschmissen gewesen.

Jony und Fia schien es in Riga gut zu gehen und so konnten wir, nach einem kleine Abendessensnack und dem langen Tag müde in die Betten fallen.

Karte der Anfahrt

Höhenprofil

Wolfsschanze oder Orte die man verpassen kann

Da unsere Unterkunft unweit von Kętrzyn in Masuren liegt und damit auch nicht weit vom ehemaligen Führerhauptquartier Wolfsschanze[3] in Gierłoż, lag es nahe, dort sich einmal umzusehen.

Von Fia und Jony gab es noch nichts neues und wir mussten ja auch irgendwie die Wartezeit überbrücken. Da ich mit den Heidenau K60 Scout besser durch den Sand kam, nahm ich Romina als Sozia mit und wir fuhren rüber nach Gierłoż.

Busseweise kamen hier die Touristen an und wurden im Schnelldurchlauf über die Anlage geführt. Nach einem kurzen Überblick am Lageplan versuchten wir immer zwischen 2 Gruppen zu bleiben, damit wir in Ruhe die Betonruinen betrachten konnten.

Obwohl ich ohne Erwartungen herkam, war es dennoch in keiner weise irgendwie spannend oder aufschlussreich. Es waren einfach nur Betonreste im Wald, völlig ohne Atmosphäre. Also das muss man wirklich nicht persönlich gesehen haben, es sei denn, man mag Mücken, sehr viele Mücken.

Pizza in Giżycko

Mittlerweile war es kurz vor Mittag und um nicht weiter zerstochen zu werden, fuhren wir nach Lötzen (Giżycko), um hier Mittag zu essen. Am Hafen Dalba wurden wir auch fündig im Restaurant Porto mit Blick auf den Kanal Giżycki.

Hafen Dalba Giżycko

Hafen Dalba Giżycko

Mittag in Giżycko

Mittag in Giżycko

Ein kleiner Spaziergang entlang des Kanals führte uns auch zur Drehbrücke Giżycko mit Blick aufs Schloss.

Mittlerweile gab es auch schon neue Informationen aus Riga. Die Varadero soll zum Nachmittag fertig sein, so können Jony und Fia am späten Abend bei uns sein. Romina und ich machten uns langsam auf den Rückweg, kauften unterwegs noch etwas fürs Abendessen und fuhren zurück zur Unterkunft, während gegen 16 Uhr die beiden anderen in Riga los fuhren.

Muzeum Mazurskie – Museum des Masurischen Landes in Schäferei

Direkt neben unserer Unterkunft gab es ein kleines Museum. Am Tage unserer Ankunft war es bereits geschlossen, aber den dort versteckten Cache[4] haben wir bereits in Augenschein nehmen können.

Da der Tag noch jung war, nutzten wir die Gelegenheit für einen Besuch. Das alte Bauernhaus zeigte wie die Menschen damals im Laufe der Zeit in Masuren lebten und verdeutlichte auch, dass die Menschen, die in Masuren lebten, der Krone Preußens immer ergeben waren. So sahen sie sich nie als Polen. Das kleine Museum bietet einen interessanten und wechselvollen Einblick.

Muzeum Mazurskie

Muzeum Mazurskie

Für einen Kaffee im angeschlossenen kleinen Restaurant war ebenfalls, bis wir am Abend auf die Ankunft der beiden Abtrünnigen aus Riga warteten.

Irgendwann nach 22 Uhr waren sie dann auch endlich da.

wieder vereint

wieder vereint

Wir aßen, tranken, plauschten noch kurz und tauschten unsere Erlebnisse aus, bis wir dann den Tag zum Abschluss brachten.

meine Geocaching-Seite

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

  1. [1] Motofavorits
  2. [2] Kreuzhügel KRYŽIŲ KALNO
  3. [3] Führerhauptquartier Wolfsschanze – offizielle Seite
  4. [4] GC3V0ZX Muzeum w Owczarni/Muzeum in Owczarnia (Traditional Cache) in Warmińsko-Mazurskie, Poland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Datenschutzerkärung