mit dem Gleitschirm über Riga

Teil 6 von 9 des Reiseberichts 2018.1 Baltikum und Finnland

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

Im Vorfeld der Tour hatte ich ja bereits hier und da nach Aktivitäten Ausschau gehalten und wir wollten die Gelegenheit nutzen in Riga mit dem Gleitschirm zu fliegen. Ich hatte auch einen Anbieter für Tandemflüge gefunden mit dem passenden Namen Adrenalins[1] und mich bezüglich Terminabsprache kundig gemacht.

Einige Tage vor unserer Fahrt nach Riga fragte ich nach den Wetterbedingungen und der einzig mögliche Tag war auch genau der unserer Ankunft in Riga. So verabredeten wir uns für den Abend gegen 20 Uhr auf dem Flugplatz Rumbula

So hatten wir natürlich genug Zeit und konnten ohne Hektik am neunten Tag unserer Reise in Tallinn frühstücken und gemütlich Richtung Riga fahren.

Die Fahrt selbst war recht unspektakulär, aber dennoch nicht langweilig. Wir fuhren die E67, die auch Via Baltica genannt wird und von Helsinki bis nach Prag geht. Passend dazu hatten wir auch den Cache Hotel Via Baltica[2] am Rande mitgenommen.

Nach knapp 194km erreichten wir die Grenze zu Lettland und diesmal war der Übergang deutlich auffälliger. Hier hielten wir natürlich um die Gelegenheit zu nutzen ein Foto vom Estland-Schild zu machen. Hier wurde uns auch klar, dass wir bei der Fahrt nach Tallinn wohl das schmale Estland-Schild einfach übersehen haben.

Grenzgänger (Estland/Lettland)

Grenzgänger (Estland/Lettland)

Nach dem die letzte Dose[3] in Estland geloggt war, posierten wir noch für obiges Foto, bevor es weiter nach Riga ging.

Karte der Fahrt nach Riga:

Höhenprofil

Nach 313km und ein paar lustigen Verkehrsführungen in Riga kamen wir gegen halb 4 nachmittags an unserer Unterkunft, Hotel Riverside[4], an und bezogen unsere Zimmer.
Gleich gegenüber befand sich ein kleiner umzäunter und bewachter Parkplatz, welchen das Hotel als Parkmöglichkeit empfahl. Der Betreiber, ein Herr über 70, sprach kein Wort englisch und redete die ganze Zeit russisch mit uns. Nun, das hatten wir ja bereits und irgendwie kamen wir dennoch miteinander klar. PKW würden hier normal 2€ pro Tag kosten, aber für ein Motorrad möchte er nur 1,50€. Wir fanden das fair und gaben ihm 15€ für 3 Tage. Er machte deutlich, dass man einfach an seiner Bude klopfen sollte, wenn abgeschlossen ist und das zu jeder Zeit, denn ab 22 Uhr ist der Zaun zu.

Guten Gewissens die Fahrzeuge in der Nähe sicher stehen zu haben, machten wir uns frisch und beschlossen ein klein wenig die Umgebung zu erkunden, bis wir zum Abend auf dem Flugplatz sein mussten.

So liefen wir Richtung Altstadt und schlagartig veränderte sich Riga. Während die Gegend um unser Hotel noch recht alt und ungepflegt wirkte, wie man sich so die Städte des Ostens in den 1980er so vorstellte, wurde es hinter dem Hauptbahnhof Riga gleich ganz anders. Das Stadtzentrum war deutlich aufgehübscht und für den Tourismus hergerichtet.

Auf der Suche nach etwas Essbarem kamen wir unter anderem an einen kleine Teehaus am Ufer des Pilsētas kanāls (Stadtkanals) vorbei, in dem sich rein zufällig ein Cache[5] befand. Da nutzen wir natürlich die Gelegenheit für eine kurze Pause.

Für den Nachmittagssnack kehrten wir dann beim The Beginnings[6]für ein paar Burger ein.

Burger

Burger

Nach dem wir satt waren ging es zurück zum Hotel. Wir ließen uns ein Taxi rufen, um zum Flugplatz zu kommen. Ich hatte vom Piloten die Koordinaten für die zwei möglichen Treffpunkte erhalten. Einer war in der Nähe der Eissporthalle und der Weg zum zweiten Treffpunkt sah überschaubar aus.

Der Taxifahrer konnte auch hier kein Englisch und auch als ich Rumbula erwähnte, schien er nicht zu wissen wohin. So zeigten wir einen Kartenausschnitt auf dem Telefon und dann war ihm klar wo wir hin wollten.

Etwas zögerlich fuhr die Straße bis fast zum Ende und ließ uns dann an der Eissporthalle Kurbards LV[7], dem ansässigen Hockeyteam, raus. Wir schauten uns um und entdeckten noch keinen Gleitschirmpiloten. Es war noch Zeit, so gingen wir in das Foyer der Halle und zogen ein paar Getränke aus dem Automaten, während wir die Hockerspieler beim Heimgehen beobachteten.

Um 20 Uhr kam dann ein Anruf des Piloten, der uns mitteilte wo wir auf dem Flugplatz hin sollten. Also liefen wir los, die komplette Landebahn entlang, bis wir am Ende eine Windhose und den Gleitschirm sahen.

Nun hieß es mal wieder Papierkram, auf lettisch, Sicherheitshinweise oder vielleicht doch ein Waschmaschinen-Abo. Da ich bereits in der Schweiz so einen Flug[8] machte, ließ ich den Damen den Vortritt. Romina wollte als erste und dann ging es auch schon los.

Gerödel anziehen, in Startposition und dann loslaufen. Im Gegensatz zu meinem Flug vom Berg, wurden wir hier per Seilwinde gezogen, um Auftrieb zu bekommen.

Dazu fuhr der Helfer mit dem PKW, auf dem die Winde montiert war, die Startbahn entlang und am Ende klinkte der Pilot das Seil aus.

Der erste Flug dauerte ca 10 Minuten, dann war Romina wieder am Boden und als nächstes durfte Fia in die Seile.

Der Pilot ließ es sich bei beiden nicht nehmen, ein paar flotte Manöver zu fliegen. Obwohl der Schirm 500m über uns war, war es deutlich hörbar, wenn es etwas schneller zuging.

Nachdem auch Fia wieder heil unten angekommen war, durfte ich endlich auch mal. Der Start klappte problemlos, aber am Ende der Startbahn klinkte der Pilot nicht die Leine aus und funkte den Helfer an. Wir hatten noch nicht genug Höhe und so musste der Helfer wenden und den kompletten Weg zurück fahren. In der Luft war die Aktion auch nicht ganz ohne, da der Zug auf das Seile stark war und wir es auch in der Luft hin und herbewegen mussten, damit auch der Schirm gewendet werden konnte.

Aber dann reichte die Höhe und das Windenseil ging langsam zu Boden.

Max will natürlich auch mal

Max will natürlich auch mal

Nach 8 Minuten und einer Menge Luftschrauben und Sturzflügen war der Spaß auch für mich vorbei und wir waren wieder am Boden. Mittlerweile war es kurz vor 22 Uhr und die Sonne auch schon hinter dem Horizont verschwunden. Der Pilot war so nett und fuhr uns wieder etwas nach Riga hinein bis zu einer Tankstelle.

In der Nähe gab es zufällig einen Hesburger[9], der noch offen hatte und den wir für die Abendverpflegung nutzten. Danach ging es noch zur Tankstelle ein paar Getränke holen und zufällig stand ein Taxi an einer Tanksäule. In der Tankstelle schaute ich mich um und sprach den Menschen an, der wie ein Taxifahrer aussah, ob er uns fahren könne. Wie gewohnt war auch hier Englisch eher problematisch, aber die Adresse bzw das Hotel war bekannt und so konnten wir spät abends noch bequem zurück zum Hotel und müde in unsere Betten fallen.

Damit ging mal wieder ein sehr abwechslungsreicher Tag zu Ende.

P.S.

Es ist schon irgendwie seltsam, dass in Restaurants, Hotels oder sonstigen Läden jeder auch Englisch spricht, aber die Taxifahrer in Litauen, Lettland und Estland so gut wie gar kein Englisch können. Ok, mein Russisch reicht auch nur noch für guten Tag und ein paar Zahlen, aber das hat ja am Ende auch irgendwie gereicht.

meine Geocaching-Seite

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

  1. [1] Adrenalins – Paragliding
  2. [2] GC2WFBR Hotel Via Baltica (Traditional Cache) in Estonia
  3. [3] GC43M2N Welcome To Estonia (Traditional Cache) in Estonia
  4. [4] Hotel Riverside – Booking
  5. [5] GC2N4BV TeaHouse TB/GC Graveyard (Traditional Cache) in Latvia
  6. [6] The Beginnings Veselīgas Ēšanas Restorāns
  7. [7] Kurbads LV
  8. [8] #CHalps14 – Spiel, Spannung und Trinken
  9. [9] Hesburger Riga T/C Dole

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