Alūksne: Irgendwo im Nirgendwo

Teil 3 von 11 des Reiseberichts 2018.1 Baltikum und Finnland

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

Der vierte Tag begann wieder mit einem Frühstück und dem Beladen der Moppeds. Gut 400km lagen vor uns, bis wir unser nächstes Zwischenziel Alūksne im Nordosten Lettlands erreichen.

Aus Vilnius heraus ging es zunächst einige Kilometer schnurgerade vorbei an Feldern und Wäldern, doch dann kamen ein paar Seen und hin und wieder eine Kurve dazu. Einen der Seen nutzen wir für einen kurzen Halt. Lag doch zufällig ein Cache[1] am Wegesrand.

Pause am SeeNach ein paar Mückenstichen mehr ging es weiter Richtung Lettland. Die Landschaft wurde wieder etwas abwechslungsreicher und nach 170km erfolgte der Grenzübertritt.

Grenze zu LettlandWir erinnern uns an die Navieinstellung ‘unbefestigte Straße’, die nun direkt in Lettland doch einen extremen Zug annahm. Nur 2km nach der Grenze hieß es ‘links abbiegen auf unbefestigte Straße’.

Das sah zunächst auch gut aus, denn die ersten 1000m fuhren wir über Schotter, doch nach knapp 1,5km ging dieser plötzlich in tiefen Zuckersand über. Mit meinen Heidenau K60 Scout Reifen war das noch einigermaßen machbar. Aber Romina auf Ihrer Tiger 800 mit den Bridgestone Battlewing hatte im Sand keinen Halt mehr und stürzte leider. Ich bekam es nur halb im Rückspiegel mit, war ich doch zunächst sehr konzentriert, aber als ich sie im Rückspiegel liegen sah, hielt ich sofort an.

Jony und Fia haben auf ihrer Varadero ebenfalls nur Straßenreifen, die sich für den Sand so gar nicht eigneten, aber stürzten zum Glück nicht und da sie hinter Romina fuhren, konnten sie schneller zur Hilfe eilen.

Zum Glück ist Romina nichts passiert. Die Geschwindigkeit war einerseits nicht hoch und anderseits der Boden durch den Feldrand und den Sand sehr weich. Die Tiger lag in der kleinen Böschung und nachdem ich sie wieder aufrichtete, sah man, dass die Sturzbügel von Hepco & Becker ihren Zweck erfüllten.

Auch wenn die Bügel leicht nachgaben, ist dem Mopped nichts Schlimmes passiert. Am Handbremshebel ist nur die Kugel abgebrochen, aber ansonsten konnten wir weiterfahren.

Nach einem Blick aufs Navi und auf den Zustand der Straße, entschied ich, dass wir umkehrten und auf Asphalt weiter fahren und zumindest Sandwege nun vermeiden werden.

Aber auch der weitere Weg auf der Landstraße hatte es teilweise in sich. Ich weiß leider nicht mehr genau wo auf der Strecke, aber auf einmal war der Asphalt zu ende, eine Ampel regelte den Gegenverkehr und die Straße bestand nur noch aus Schotter. Eine große und vor allem lange Baustelle lag vor uns, teilweise gab es Gegenverkehrsregelungen.

Da es sehr trocken und warm war, staubte es natürlich sehr und auf den Passagen mit Gegenverkehr war es schon irgendwie ein großer Spaß, in die vor allem durch LKW verursachten riesigen Staubwolken zu fahren. Das hatte schon ein bisschen was von Pistenrennen.

Das muss irgendwo zwischen Jekabpils und Madona gewesen sein, denn irgendwann war die Baustelle dann doch vorbei. In Madona machten wir dann erst mal eine Verschnaufpause, kauften Ess- und Trinkbares für den restlichen Weg bis nach Alūksne und fuhren dann weiter.

Nach etwas über 8 Stunden und knapp 400km sind wir angekommen. Das kleine Hotel Ierullē[2] erwartete uns schon und da wir uns in der Grenzzone zu Russland befanden, hieß es hier erst mal jede Menge Papierkram ausfüllen. Man wollte es ganz genau wissen mit dem woher, wohin und warum. Aber als das erledigt war, wir uns schnell frisch machten, konnten wir den Abend angehen und liefen hinunter zum Alūksne See.

Während die kleine Stadt recht unscheinbar daherkommt, erwartete uns hier ein toll gemachter Strand und schöne Wanderrunde über Brücken und Inseln.

Auch hier machten wir uns nach dem Abendessen an einem Seeimbiss auf die Suche nach Dosen im Wald, doch die meisten blieben uns leider verborgen. Nur am Denkmal für die Soldaten des 7. Sigulda Infaterieregiments[3] wurden wir fündig und eine Art kleiner Bunker tat sich uns auf.

Wir beobachteten noch den Sonnenuntergang über dem See und dann ging es zurück ins Hotel, wo schon die Betten auf unsere müden Körper warteten.

das Zimmer

 

Karte der Tour

Höhenprofil

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#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

  1. [1] GC5PE75 Luokesai Rest Stop (Traditional Cache) in Lithuania
  2. [2] Ierullē – Booking
  3. [3] GC31PVW Duty, Honour, Country (Traditional Cache) in Latvia

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