Vilnius, die Stadt der 2 Republiken

Teil 2 von 6 des Reiseberichts 2018.1 Baltikum und Finnland

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

Tag 2 der Reise ging kurz vor 8 Uhr los. Die Sonne schien bereits über Warschau und versprach einen wunderbaren Tag.
Romina und ich packten unsere Sachen und beluden die Moppeds, um kurz nach 8 Uhr mit Jony und Fia am Frühstückstisch zu sitzen.

Eins war klar, nach der Autobahnanreise von gestern, wollten wir es jetzt gemütlicher angehen und verboten unseren Navis eine Routenführung über Autobahnen und gestatteten dafür unbefestigte Straßen. Wir waren gespannt, was da in den nächsten Tagen auf uns zu kam.

Nun es ist aber auch nicht so, dass es in Polen viele Autobahnen gibt und im Baltikum gibt es im Grunde gar keine. Dennoch sorgten die neuen Einstellungen schon beim Ausfahren aus Warschau für interessante kleine Straßen und Wege und plötzlich standen wir vor einem Bahnübergang, der wegen einer Baustelle für Autos nicht passierbar war. Gleich neben dem Bahnübergang gab es einen Haltepunkt und zumindest die Fahrgäste konnten rechts wie links entlang der Gleise laufen.

Ich überlegte ob ich absteige und eine Möglichkeit suchte, dennoch die Gleise zu passieren, da sprach uns schon ein Pole auf polnisch an und gestikulierte, dass wir doch einfach über den provisorischen Fußgängerübergang fahren sollten. Als ich ihm versuchte klarzumachen, dass ich kein polnisch sprach, lief er etwas vor und zeigte die Richtung an.

Also fuhren wir rasch über den unbefestigten Übergang und setzten unsere Reise fort.

am Bahnübergang

Die nachfolgende Strecke bis vor den Grenzübergang war dann leider doch wieder recht unspektakulär, ließ sich aber gut durchfahren. Knapp 16km vor Litauen, bei Giby, tauchte rechter Hand ein Hügel mit Holzkreuzen auf, an dem wir kurz hielten.

Kreuzhügel Giby

Kreuzhügel Giby

Diese Gedenkstätte für die Opfer der Razzia von Augustów[1] stellt symbolische Gräber dar. Den ebenfalls in der Nähe befindlichen Geocache haben wir leider nicht gefunden.

Weiter ging es über die Grenze nach Litauen und damit nach kurzer Zeit auch zu unserem Ziel in die Hauptstadt Vilnius.

Grenzübergang Polen Litauen

Grenzübergang Polen Litauen

Das Hotel Old Town Trio[2] war schnell gefunden und man bot uns die besten Parkplätze an, direkt am Eingang. So schnallten wir schnell das Gepäck ab, machten uns frisch und dann auf den Weg in die Altstadt auf der Suche nach etwas Essbarem, welches wir im japanischen Restaurant Gyoza Bar fanden.

die Moppeds am Hotel

die Moppeds am Hotel

Der fortgeschrittene Abend lud noch zu einem kleinen Verdauungsspaziergang in der nahen Umgebung ein und bei der Gelegenheit besuchten wir auch das Tor der Morgenröte, auch wenn die Sonne schon unterging. Der dazu passende Cache[3], ein Virtual, war schnell gemacht. Mit der Rückkehr ins Hotel war der Tag beendet.

Karte der Anfahrt

Höhenprofil

Tag 3 blieb motorradfrei, stattdessen wollten wir mehr von Vilnius sehen und das vor allem am Tage. Nach einem kurzen Blick auf die Karte und die mögliche Ziele zogen wir also los.

Vorbei am Rathaus ging es Richtung St. Stanislaus Kathedrale, einem Wahrzeichen Vilnius. Hier bestiegen wir den Glockenturm um einen ersten Überblick über Vilnius zu haben.

St. Stanislaus Kathedrale

St. Stanislaus Kathedrale

Danach ging es kurz in die Kathedrale, auf eine Führung verzichteten wir und beschlossen hinauf zu den drei Kreuzen zu wandern. So ging es vorbei am Hügel des Gediminas-Turms, der leider geschlossen hatte, hinauf auf den früher Kahlberg genannten Berg. Von hier hat man ebenfalls eine tolle Sicht über die Stadt und der dort befindliche Cache heißt daher nicht grundlos Vilnius Panorama #1[4].

Auf unserem weiteren Weg zur Künstlerkolonie Užupis, kamen wir unter anderem auch an der St. Anna Kirche vorbei und besichtigten hier die St. Franz von Assisi Kirche.

Užupis[5] stellt eine kleine Rebublik inmitten von Vilnius dar und hat daher auch eine eigene Verfassung mit 41 Punkten. Unter anderem steht dort folgendes:

  • Jeder Mensch hat das Recht zu sterben, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
  • Jeder Mensch hat das Recht, seinen Geburtstag zu feiern oder nicht zu feiern.
  • Gib nicht auf

Die Verfassung ist in mehrere Sprachen an einer Wand auf Spiegeln abgedruckt.

Den Fernsehturm von Vilnius haben wir bereits mehrfach aus der Ferne gesehen und hatten beschlossen den Abend dort ausklingen zu lassen. Der Weg dorthin führte uns jedoch zunächst auch zu einigen Brücken und entlang des Flusses, wo wir noch den einen oder anderen Cache wie beispielsweise an der grünen[6] oder weißen Brücke[7] fanden.

Und dann standen wir an einer großen Kreuzung mit dem Wunsch nun direkt zum Fernsehturm zu kommen. Die Hoffnung auf ein Taxi mussten wir nach einiger Zeit aufgeben, doch zufällig standen wir ja an einer Bushaltestelle und als uns klar war, dass wir hier ja mit einem Bus bis zum Turm fahren konnten, nutzten wir die Gelegenheit und stiegen in den nächsten Trolley-Bus.

Anders als in Berlin wurde nicht die Tür beim Fahrer geöffnet und wir stiegen in der Mitte ein. Einen Ticketautomaten fanden wir nicht und der Fahrer saß in einer geschlossenen Kabinen. Werbeschilder für eine App gab es, aber so recht verständlich war es nicht. Wie es der Zufall so will stiegen an der nächsten Haltestelle dann natürlich auch gleich 2 Kontrolleure zu. Nachdem ich erklärte, dass wir keine Tickets haben und wir doch verwirrt waren, wie man welche erwerben konnte, bat man uns für je 1€ beim Fahrer bitte nachzulösen. Ein Fahrgast bemerkte, dass wir Touristen waren, sprach uns an und wollte behilflich sein bei unserem Weg zum Fernsehturm. Nach einer kurzen Unterhaltung über die Möglichkeiten, entschieden wir uns mit dem Bus bis zur geplanten Haltestelle zu fahren und das letzte Stück zum Turm zu laufen.

So weit war es am Ende nicht und nachdem wir das Turmgelände fast umsonst umrundeten, um dann den kürzeren Weg zu finden, waren wir endlich drin und konnten hinauf fahren.

Wir genossen hier oben nicht nur den Ausblick, sondern auch das Abendessen und den wunderschönen Sonnenuntergang über Vilnius.

Der Rückweg war dann unser letztes Abenteuer an diesem Tag. Da wir dann doch den direkten und kurzen Weg mit einem Taxi bevorzugten, mussten wir nur eines finden. Vor einer kleinen Spielhalle stand auch eines und er Fahrer saß sogar drin. Also sprachen wir ihn an und im Gegensatz zu den Mitarbeitern in Hotel und Restaurants, konnte er kein Englisch, sondern nur Litauisch und Russisch.

Mein Russisch ist zwar schon lange her, aber nachdem wir die Adresse auf dem Telefon zeigten, ging es ja nur noch um den ungefähren Preis und das habe ich mit meinen noch rudimentären Sprachkenntnissen ausreichen hinbekommen. Wenige Minuten später fielen wir dann müde in die Betten.

Das Hotelzimmer

Das Hotelzimmer

Stadtrundgang

Höhenprofil

In Vilnius gibt es eigentlich noch viel mehr zu entdecken, aber das müssen wir uns für ein anderes Mal aufheben. Dennoch war die Zeit hier sehr schön.

meine Geocaching-Seite

#Baltica18 – eine Motorradtour nicht nur durchs Baltikum. 5 Länder, 5 Hauptstäde. Warschau – Vilnius – Aluksne – Tallinn – Turku – Helsinki – Riga – Ketrzyn – Bydgoszcz

  1. [1] Razzia von Augustów
  2. [2] Old Town Trio Vilnius
  3. [3] GC7BA4E The Gate of Dawn (Virtual Cache) in Lithuania
  4. [4] GCY9DP Vilnius Panorama #1 (Traditional Cache) in Lithuania
  5. [5] Užupis – Wikipedia
  6. [6] GC7EXJ6 The(unknown) story of the Green bridge (Traditional Cache) in Lithuania
  7. [7] GC6E21A White Bridge / Baltasis tiltas (Traditional Cache) in Lithuania

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