artgerecht bewegt: aufstehen, Dreck abklopfen, weiterfahren

Im Herbst letzten Jahres suchte ich nach offiziellen Endurostrecken in der Region. Da gibt es zwar einiges, aber nur wenige, bei denen man nicht Motorsportclubmitglied sein oder eines kennen muss, um als Gastfahrer das auch mal auszuprobieren.

Beim MC Fürstenwalde e.V.[1] wurde ich fündig, das ist nicht weit weg und es gibt regelmäßige Termine für Gäste. Die Saisoneröffnung am gestrigen Samstag hatte ich daher schon eine Weile im Kalender und da sich alle anderen Pläne zerschlagen hatten, nutzte ich das gute Wetter und fuhr zum Nachmittag mal dorthin.

Kurz vorm Ziel verfuhr ich mich natürlich ein wenig, aber an der Geräuschkulisse war zumindest zu erkennen, dass ich ganz in der Nähe war. Ein Blick auf die Karte zeigte mir dann die richtige Zufahrt und schon stand ich inmitten anderer Fahrer und Zuschauer, die das Treiben auf der Motocross-Strecke beobachteten.

Motocross-Strecke

Nachdem ich den Gastfahrervertrag unterschrieb und 15 Euro in die Vereinskasse zahlte, durfte ich auf die Strecke und da fing es schon an schwierig zu werden. Meine bisherigen Offroaderfahrungen habe ich ja überwiegend auf Feldwegen oder leichtem Schotter gemacht und auch das alte NVA-Gelände Hangelberg bei Kraatz, bei dem ich letzte Woche war[2], ist nichts im Vergleich zur Strecke in Fürstenwalde.

Gastfahrerbändchen

Die Auffahrt zur Einfahrt sollten nur einen Höhenunterschied von ca. 2m überwinden, aber der Boden war erdig und durch die vielen Fahrer schon ordentlich ausgefahren, mein erster Versuch war deutlich zu langsam, so dass ich auf der Hälfte hängen blieb.
Also nochmal Rückwärts runter und dann ordentlich am Kabel gezogen, um hochzukommen und schon ging es in den Wald zwischen Bäumen hindurch.

An der nächsten Auffahrt, ca. 3m hoch, wieder zu langsam und den Boden unterschätzt, das Vorderrad rutschte Weg und ich legte mich schön langsam auf die rechte Seite. Während die anderen noch an mir vorbeifahren konnten, musste ich erst die #DRecksau wieder in die Senkrechte bekommen.

den Hügel hab ich nicht geschafft

einer der es kann, im Gegensatz zu mir ;-)

Motor wieder an, am Hügel irgendwie vorbei und in der übernächsten Kurve gleich auf die linke Seite legen. Das Aufstellen ging jetzt zwar leichter, brachte mich dennoch aus der Puste. Aber jetzt stand ich so blöd auf der schmalen furchigen Strecke, dass ich nicht aufs Mopped kam. Bei dem weichen Boden hätte der Seitenständer nicht geholfen. Ein anderer Fahrer hielt an und half mir schnell, damit ich weiterfahren konnte.

Ein paar Kurven weiter war etwas Platz zum Halten und das nutzte ich gleich als Trinkpause aus. Denn nach knapp 10 Minuten auf der Strecke, merkte ich, dass ich das vielleicht ein klein wenig unterschätzt hatte. Gefühlt hatte ich mich, als wäre ich wieder 10km gelaufen.

Päuschen und zukieken

Enduro-Strecke

Motocross-Knirpse

Am Ende habe ich zwar nur einen Bruchteil der ganzen Strecke abgefahren, aber es hat schon sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich noch jede Menge Übung brauche.
Nicht nur körperlich für mich war es anspruchsvoller als gedacht, auch am Mopped gab es 2 Schrauben, die nicht mehr mitmachen wollten und irgendwann verschwanden. Eine fehlte an der Nummernschildhalterung und eine anderen an der Auspuffschelle, wobei das nicht so schlimm war. Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet und entsprechenden Ersatz natürlich nicht dabei. Bevor sich das Nummernschild auf der Heimfahrt vielleicht auch noch verabschiedet hätte, fuhr ich ins Fahrerlager und fragte nach Hilfe in Form von Kabelbindern, welche ich auch sofort bekam.

Kabelbinder statt Schraube

Nach knapp einer Stunde im Dreck spielen, ich war auch fertig genug, ging es nach einer kurzen Pause wieder Richtung Heimat.

Karte der Tour:

Höhenprofil

Merke: Trinkrucksack muss immer mit und Kabelbinder (und vielleicht Klebeband) beim nächsten Mal nicht vergessen

  1. [1] MC Fürstenwalde e.V. ::: Startseite
  2. [2] ausgeführt: mit der #DRecksau ins Kloster und den Sandkasten | Max-Fun.de

3 Kommentare

  • Wenn es dann das erste Mal richtig ins Gelände geht, merkt man auf einmal, dass es doch etwas komplizierter ist als eine Runde über Schotter oder eine grüne Wiese.
    und so wie es auf den Bildern aussieht, geht es dort zumindest teilweise durch tieferen Sand, einem wie ich finde der schwierigsten Untergründe.
    Hattest Du vorher Fahrtechniken geübt oder Dir Videos dazu angesehen oder etwas Theorie angelesen?
    Ein paar Dinge kann man auch ganz gut in der Stadt üben: im stehen fahren, im stehen anfahren, über die Fußrasten steuern, etc.
    An der #Hippe habe ich nit ein paar Schlauchschellen (kann man immer mal gebrauchen) eine handvoll Kabelbinder am Lenker festgemacht.
    Im Gelände kann man immer stürzen und plätzlich muss man etwas reparieren.

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  • Max

    @Griesi: ich hab da schon reichlich Tutorial-Videos gesehen und hier und da etwas gelesen. Aber wie das eben so ist mit Theorie und Praxis. Im wirklichen Leben ist es dann doch anders und meist schwieriger. Aber irgendwie muss man ja anfangen und nun weiß ich ja auch auf was man vorbereitet sein muss.

    Auf Sand bin ich aber auch vorher schon gefahren, aber das war eben nicht so ausgefahren, tief und vor allem so schmal. Mal abgesehen davon, dass ich da keinem im Weg stand und einfach auch nicht so schnell sein musste. Da habe ich natürlich auch im Stehen geübt.

    Luftdruck habe ich auch nicht reduziert, wäre evtl auch hilfreich gewesen.

    In die Werkzeugbox der #DRecksau werde ich fürs nächste Mal oder für überhaupt natürlich auch Kabelbinder stecken. (Auf den Urlaubstouren hat man das ja eigentlich auch mitzuführen.)

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