Wegweiser: Garmin zumo 350LM

Navigationslösungen am Mopped waren bei mir bisher immer nur so Frickelsachen, die zwar funktionierten, aber eben nicht optimal für die Langstrecke waren, um von A nach B ohne Umwege zu kommen. Weniger wegen der Haltbarkeit, das war immer wunderbar, sondern wegen der Bedienung oder Ablesbarkeit bei Ladnstraßengeschwindigkeit.

Anfänglich fuhr ich ja nur mit dem Garmin eTrex HCx. Das kleine Display zeigte nicht viel Informationen, dennoch bin ich u.a. in Tschechien oder Schweden doch irgendwie überall gut angekommen. Öfter mal anhalten, nachschauen und auf Neuberechnung warten war hier aber an der Tagesordnung. Mit dem Oregon 450 ist das nur unwesentlich besser geworden.

Für die große Tour in 2011 lieh ich mir im Vorfeld ein einfaches PKW-Navi und steckte es in eine Lenkertasche[1]. Das ging schon besser, zumal die Neuberechnungen richtig flott waren. Hören konnte ich die Ansagen natürlich nicht und das Folienfenster machte das Ablesen nicht leichter.

Mit dem X-Lite Helm kam auch ein Bluetooth-System in den Helm und damit konnte ich das Telefon als Navi nutzen. Entweder mit Google Maps als Online-Navi oder die Offline mit Mapfactor und OSM. Das Telefon steckte ich dabei immer in die vorhandene Tasche. Das ging schon ganz gut mit den Ansagen, aber der prüfende Blick auf die Karte war auch immer mit etwas Glück verbunden, da die Tasche eher blendete. Bedienen konnte man das Telefon natürlich nicht und jedes Mal musste immer das ganze Geraffel mit Tasche und Kabel ab und angebaut werden.

Im letzten Urlaub zeigte sich auch, dass die Lösung mit dem Telefon eben nur für kurze Strecken gut funktioniert. In der Sonne heizt sich das Gerät halt irgendwann auf, vor allem mit der Dauer-GPS-Nutzung und bleibt dann doch gern mal hängen bzw. schaltet sich ab.

Der nächste logische Schritt war also endlich mal ein gescheites wasserfestes Mopped-Navi zu kaufen. Da bot sich mir kürzlich auch zufällig ein Schnäppchen[2] und ich kam günstig an ein Garmin zumo 350LM[3].

Ok, ja, ich mag Garmin und das war natürlich einer von mehreren Gründen, warum ich mich für das Gerät entschied. Aber der zumo 350LM kommt eben auch mit Bluetooth, um es mit einem Headset zu koppeln, mit Lifetime-Maps, also kostenlosen Kartenaktualisierungen und kann zusätzlich auch mit OpenStreetMap gefüttert werden, entweder direkt ins Gerät oder per microSD-Karte.
Wie man das von Garmin gewohnt ist, kann man auch alle installierten Karten gleichzeitig nutzen. So reichern die OSM-Karten natürlich wunderbar die Garmin-Karten an und ergänzen sich hervorragend bei der Navigation.

Garmin zumo 350LM am Mopped

Der 4,3 Zoll Bildschirm ist groß genug und lässt sich prima mit Handschuhen bedienen. Die Berechnungen und vor allem Neuberechnungen gehen recht flott. Die Ansagen inkl. Straßennamen sind gut verständlich, rechtzeitig und nicht zu häufig. Das verwirrte mich teilweise bei anderen Navigationssystemen gerade an Autobahnabfahrten mit mehreren Abzweigen, weswegen ich immer gern mal aufs Gerät schaue und mit der Karte vergleiche.

Garmin zumo 350LM am Mopped

Halterung

Das Menü des Garmin ist recht aufgeräumt. Vom Startbildschirm kommt man direkt zur Karte oder Zieleingabe. Das Tastaturlayout ist in 3 Varianten wählbar: alphabetisch, QWERTZ oder groß. Letzteres soll für die bessere Bedienung mit Handschuhen nützlich sein, aber da man oft zwischen den Gruppen umschalten muss, nutze ich das QWERTZ-Layout und kann auch mit Handschuhen die kleineren Schaltflächen gut treffen.

Startbildschirm Zieloptionen

Einstellungen Apps

Die Einstellungen sind recht aufgeräumt und in jedem Untermenü wird am Ende auch eine Auswahl an passenden ähnlichen Optionen aus anderen Untermenüs angezeigt.
Die üblichen Dinge wie Kartenansicht, dargestelltes Fahrzeug, Sprache usw lassen sich in allen Feinheiten einstellen. Auch die Option für Verkehrsmeldungen (TMC) ist vorhanden, dafür wird jedoch zusätzliches Zubehör benötigt. Im PKW wird das Gerät per USB-Ladeadapter mit Strom versorgt, der entsprechende TMC-Empfänger ist auch nur für diese Anschlussart verfügbar. Die aktive Ladehalterung für das Motorrad bietet keine TMC-Option, was ein wenig schade ist.

Fahrspurinfo und erlaubte Höchstgeschwindigkeit eigene POI z.B. Geocaches

Einen Fahrspurassistenten für Autobahnen hat der zumo 350LM ebenfalls und dieser wird dann in einer Art Splitscreen neben der Karte zusätzlich angezeigt. In der Stadt gibt es nur die kleine Grafik oben links als Fahrspurinfo.
Eigene POI können natürlich auch per POI-Datei hinzugefügt werden, so lassen sich unter anderem auch Geocaches auf das Gerät laden.

Mit dem eingebauten Akku kann man sich bei voller Helligkeit gut 2h navigieren lassen, wobei das mir mit der Aktivhalterung eigentlich egal ist. Laut Garmin sollen bis zu 7h möglich sein, vermutlich wenn man die Helligkeit ganz runter dreht und die Ansagen deaktiviert.
Interessant ist, dass der Akku im StandBy mehrere Wochen hält. StandBy bedeutet beim zumo 350LM einen kurzen Druck auf die An/Aus-Taste und das Gerät geht in den Stromsparmodus (ohne GSP, Display usw.) So kann man es jederzeit schnell einschalten und muss nicht den Bootvorgang abwarten.
In der Motorradhalterung führt das dazu, dass sich der zumo sofort einschaltet wenn die Zündung angeht und nach 15s ausschaltet, wenn die Zündung aus ist.

  1. [1] in die Tasche gesteckt
  2. [2] PreiswertePC.de – Notebooks, Computer, Tablets, Technik
  3. [3] Garmin zumo 350LM Motorrad-Navigationssystem – Amazon.de

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