Ein wenig an der Bali gedreht

Nach der erfolgreichen Reinigung des Vergasers[1] und der Einstellung des selbigen lief die Bali zwar recht gut, erreichte aber kaum ihre erlaubte Höchstgeschwindigkeit.

{bali} Ersatzteile, Riemen, Rollen, SteigscheibeIch gehöre zwar nicht zu den Leichtesten, aber selbst mit einem leichten Fahrer erreichte die Tachonadel nur selten die 50km/h-Markierung. Teilweise gab es beim Beschleunigen auch eine Art Leistungsloch und da uns nicht bekannt war wie alt die Variomatik-Rollen und der Riemen waren, sollte das eigentlich schon beim letzten Mal gewechselt werden. Die passenden Ersatzteile hatte ich schon vor Wochen besorgt, ein paar leichterer Rollen, statt 8,5g sind es 8g, ein neuer Riemen und wenn man eh schon dran herumwerkelt, dann kann man da auch gleich die offene Steigscheibe R1R reinstecken. 😉

Mangels passendem Werkzeug mussten wir unser Vorhaben beim letzten Versuch abbrechen[2]. Zwar haben wir in der Zwischenzeit immernoch nicht das richtige Blockierwerkzeug, aber auch mit einem Schlagschrauber sollte es ja gehen.

So wurde die Bali gestern wieder auf unsere nun schon erprobte Montagebühne gehoben, die Seitenverkleidung entfernt und der Variomatikdeckel geöffnet.

{bali} Roller auf Montagebühne {bali} Variomatikdeckel öffnen {bali} offener Varioantrieb

Mit dem Schlagschrauber ging es dann an die Mutter der Variomatik und nach der ersten Umdrehung war diese dann auch schon lose. Nun konnte die Unterlegscheibe, der Starterklinke und das Flügelrad abgenommen werden. Danach kann der Riemen und die Rollenträgerplatte entnommen werden. Um die Hülse und die Steigscheibe zu entfernen muss ein kleiner Grad auf der Welle etwas weggeschliffen werden.

{bali} mit dem Schlagschrauber gehts ohne Probleme {bali} nun kann der Riemen runter {bali} Bildmitte: der kleine Grat

{bali} nun noch die alte Steigscheibe runter {bali} hier müsste man mal putzen {bali} alte Steigscheibe und Rollen

{bali} die originale Steigscheibe R1G

Den ganzen Abtriebsdreck habe ich dann entfernt, bevor die neuen Teile montiert wurden. Bremsenreiniger, ein paar Bürsten und ein Lappen reichten da völlig aus.
Nun konnte die Rollenträgerplatten mit den neuen Rollen und der neuen Steigscheibe montiert werden, dann kam die Hülse und der neue Riemen. Da die Kupplung etwas geöffnet war, ging es schwerer mit dem Riemen, aber mit etwas Nachdruck war es doch zu schaffen.

{bali} sauber machen {bali} fast wie neu {bali} Riemen ist drauf

Nun konnte das Flügelrad, Starteklinke, Unterlegscheibe und die Mutter wieder rauf. Mit dem Schlagschrauber habe ich das ganz wieder festgezogen. Deckel drauf und fertig.
Die alten Rollen waren wirklich hinüber, teilweise schon an einer Seite abgeflacht. Da ist es kein Wunder, dass die Bali manchmal so schwer hochdrehte.

{bali} die alten Rollen, flache Seite im roten Kreis

Da wir nun schon mal dabei waren, haben wir auch nach der Hülse im Krümmer geschaut, die war aber nicht dort, wie es sein sollte. Das verwunderte uns natürlich ein wenig. Also beließen wir es dabei und die erste Testfahrt stand an.
Die erste Rund fuhr Max und als er wieder kam, war er schon etwas begeistert. Der Roller dreht zügig hoch auch die Tachonadel wanderte fast mit Leichtigkeit auf 55km/h, um dann mit etwas Mühe auch noch kurzzeitig an der 60 zu kratzen.

Als ich damit fuhr, war das ähnlich. 55 erreicht die Bali laut Tacho nun wirklich einfach, kein Vergleich zu vorher.
Natürlich ging es uns nicht darum Geschwindigkeits-Rekorde zu brechen, sondern in erster Linie ein sicheres Mitschwimmen im Stadtverkehr zu gewährleisten. Der Verbrauch sollte nun auch etwas nach unten gehen, da man nun nicht mehr Vollgas fahren muss um ca. 50km/h zu fahren, aber das wird sich im täglichen Gebrauch dann irgendwann zeigen.

  1. [1] hochfrequente Vergaserreinigung
  2. [2] Ein wenig Spaß muss auch sein

7 Kommentare

  • Max

    Und wie sich heut rausstellte, gehts mit etwas Rückendwind nach Tacho auf 65, was mit dem GPS knapp 60km/h ist. Da fühlte ich mich auch gar nicht bedrängt von den Autos. 😀

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  • Martin

    Sehr schöne Beschreibung und gut bebildert.
    Du schriebst, dass “ein kleiner Grad auf der Welle etwas weggeschliffen werden” musste. Hast Du das ganze am Ende auf entgradtet wieder sicher und fest montiert bekommen?
    Und was war den Vorteil des Schalgschraubers zur Demontage?
    Hat man mit einer großen Ratsche nicht genug Drehmoment oder ist die Kraftentfaltung nicht plötzlich genug ?

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  • Max

    @Martin: der Grat, hat unserer Vermutung nach, nur die Aufgabe das Runterziehen der Welle und Steigscheibe zu verhindern. Ansonsten war keinerlei andere Funktion zu erkenne.
    Die Welle ist für die Starterklinke an einer anderen Stelle abgeflacht, damit die Klinke nicht verdrehen kann.

    Die Welle der Variomatik dreht frei, da das die Motorseite ist. Dafür gibt es ein Blockierwerkzeug, was wir ja nicht hatten. Ohne das passende Werkzeug ist es sehr schwer die Vario sinnvoll festzuhalten und die Mutter zu lösen. Der Schlagschrauber ist da aber eine gute Hilfe, eben durch den schnellen Ruck, der Trägheit der Vario ausnutzt.

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  • Martin

    @Max : Verstehe, vermutlich spielt dieser Grad bei der Fertigung eine Rolle, damit der Roller auf der Produktionstaße nicht wieder auseinanderfällt, bevor er endmontiert ist.
    Das mit diesen ollen Spezialwerkzeugen beim entfernen von frei drehenden Teilen kenne ich. Ein echt doofe Eigenschaft, dass hier jeder Hersteller seine Speziallösung frickelt. Dachte ich mir schon fast, aber ich bin leider nie an einen Schlagschrauber gekommen.
    Wo hattest Du so ein Teil her? Sieht zumindest nicht nach einem pneumatischen Schlagschrauber aus, denn sowas hat man ja auch nicht in jeder Werkstatt rumzuliegen.

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  • Max

    @Martin: der Grat hält aber nichts, also ob das produktionstechnisch was ausmacht, naja.

    Das ist ein 12V Schlagschrauber, den hat sich Tom von unserem Vater geliehen. Damit kann man natürlich auch ganz fix Radmuttern am Auto lösen und festschrauben.
    Die gibt es so für 20-30 € an jeder Ecke, je nachdem wieviel Nm die pro Schlag erzeugen.
    Den wir da haben hat wohl beim ersten Schlag um die 50Nm und beim dritten ca 100Nm. Tom weiß das aber genauer, der hatte die Anleitung gelesen.

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  • Tom

    @Martin: Wie Max schon erwähnte, ist das eine Leihgabe unseres Vaters.

    Der Schlagschrauber ist von “GÜDE” und erzeugt einen Drehmoment von max. 100 nm. Dieser wird ganz einfach an den Zigarettenanzünder vom Auto oder mit dem beiliegenden Adapter direkt an einer Batterie angeklemmt.

    Da wir keine Beschreibung mitbekommen haben, musste ich erstmal im Web recherchieren, wie das Ganze funktioniert.
    Pro Schlag sind das so umme 40-50 nm und beim dritten Schlag soll dann das Maximum erreicht sein.

    Bei der Vario hat das prima geklappt, bei der Kupplung wird das dann (bei Bedarf) genauso sein.

    Und das Räderwecheln beim Auto geht um ein vielfaches leichter und schneller. 😉

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  • Jens Roland

    Hallo,

    ich habe mir Eure Anleitung angesehen und finde sie sehr gut…. 😆

    Nun wollte ich auch mal drehen und bekomme das Lüfterrad NICHT demontiert!? Die Schraube ist ab und dann sollte sich doch das Lüfterrad abnehmen lassen ODER muß dieses noch Irgendwie gelöst/ arretiert werden….

    Vielen Dank für Eure Hilfe
    VG Jens

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