Gabel-Renovierung an der SevenFifty

So ganz sicher war ich mir ja nicht, ob die Dichtringe wirklich noch dicht waren. Sicher war aber, dass die Staubkappen nicht mehr ihre Funktion erfüllten und Regenwasser an ihnen vorbeilaufen konnten. Nach Regen und Regenfahrten war es immer sehr deutlich zu sehen, dass es dort herum ziemlich unschön schmutzig war.

Und da ich ja auch nicht genau wusste wie alt das Öl in der Gabel war, war es einfach mal Zeit Öl und Dichtringe zu wechseln. Nachdem ich vor einigen Tagen den Krempel besorgte, konnten mein Bruder und ich am Samstag mal wieder ein wenig basteln. Nach den Erfahrungen die wir schon an der XJ600 sammelten[1], gingen wir deutlich gelassener an die Sache ran.

Zunächst mussten wir natürlich wieder das Fahrzeug in Arbeitshöhe bringen, das funktioniert sehr gut mit Motorradheber hinten,, Wagenheber in der Mitte und Spanngurten vorn. Das Mopped hängt dann perfekt und kann bei Bedarf auch noch in der Höhe verstellt werden 😉
Nun muss natürlich zunächst alles freigeräumt werden, damit die Gabel raus kann. Also Bremssattel ab, Kotflügel lösen, Vorderrad ausbauen. Danach können die Gabelbrücken gelöst werden und bevor man an der Oberen komplett lose schraubt, sollte die Gabelverschlussschraube gelöst werden, dann geht es nachher einfacher.

{sfg} Aufgehangen {sfg} gleich können sie raus {sfg} da liegen sie {sfg} Dämpferrohr, Rückprallfeder

Nachdem die Gabelverschlusssschaube geöffnet ist, kann die Gabelfeder, der Federsitz und die Distanzhülse aus der Feder entfernt und das Öl abgelassen werden. Danach wird die untere Gabelverschlussschraube gelöst und das Dampferrohr mit der Rückprallfeder entnommen. Alles ordentlich abtropfen lassen. In der Zwischen werden Staubkappe und Anschlagring entfernt und dann geht es ans Eingemachte. Mit ein paar ruckartigen Zugbewegungen zieht man das Standrohr aus dem Tauchrohr.

{sfg} Gabelfeder, Distanzhülse {sfg} Anschlagring entfernen {sfg} Tauchrohr rausziehen {sfg} der neue Gabeldichtring

Der Einfachheit haben wir die neuen Dichtringe immer von oben aufgeschoben, zuvor natürlich ein wenig eingefettet, damit es leichter geht. Das Standrohr gut abwischen und den Dichtringsitz im Tauchrohr von Schmutz befreien. Nun kommt das Standrohr wieder in das Tauchrohr und das Dämpferrohr mit der Rückprallfeder kann wieder montiert werden.
Um den Dichtring einzutreiben haben wir zunächst mit Hilfe des alten Dichtrings die Kreuzschlagtechnik angewandt. Auf den letzten Millimetern, ging es dann ohne den alten Dichtringe, ein gekröpfter flacher Ringschlüssel aus dem Yamaha Bordwerkzeug hat hier gute Dienste geleistet, ohne den Dichtring zu beschädigen.

{sfg} Standrohr reinigen {sfg} Dichtringsitz säubern {sfg} Öl einfüllen {sfg} wie neu

Nachdem Dichtring, Anschlagring und Staubkappe montiert sind, kann die Feder, enge Wicklung nach unten, und der Federsitz in die Gabel. Nun wird das Standrohr komplett eingeschoben und es kann das Öl eingefüllt werden. Bei der SevenFifty sollen es 482cm³ sein, nur wird mit dem Standrohr gepumpt, damit sich das Öl verteil und Luftblasen entweichen können. Das Luftpolster, also der Abstand zwischen Oberkante Standrohr und Ölspiegel bei eingeschobenem Standrohr, soll 110mm betragen und kann mit einem Bandmaß geprüft werden. Nun noch die Distanzhülse in die Gabel und die obere Gabelverschlussschraube kann wieder drauf.

Das Ganze dann noch mit dem anderen Seite und schon kann die Moppedfront wieder in umgekehrter Reihenfolge montiert werden.
Diesmal ging das Eintreiben des Dichtringes deutlich leichter, die Kreuzschlagtechnik ist wesentlich einfacher, als sich erst ein Werkzeug zu basteln, welches dann doch nicht so richtig funktioniert, wie beim letzten Mal. Dadurch war natürlich die ganze Geschichte deutlich entspannter durchzuführen.
Als Belohnung für unsere schwere Arbeit, haben wir natürlich wieder gegrillt und nebenbei auch noch einen Ölwechsel inkl. Filter bei der XJ600 gemacht.

Ich hoffe meine Ausführungen nehmen dem einen oder anderen die Angst vorm Selbermachen, das ist alles gar nicht so schlimm und Spaß kann man dabei auch immer haben, zumindest geht es uns so ;).
Fragen, Anregungen, Kritik bitte in die Kommentare.

  1. [1] angelassen

13 Kommentare

  • Ein sicherlich ebensolcher Beitrag über Demontage- und Montagearbeit an der Sevenfifty, wie der vorherige Beitrag*) zur notwendigen Arbeit am Mopped. Bestimmt Hilfreich für alle, die ähnliche Arbeiten noch vor sich haben. Auch die Bilder werden hier wieder eine wertvolle Ergänzung sein. Das macht neugierig auf weitere Bauberichte, die es sicherlich von Zeit zu Zeit geben wird.
    Vy 73 de Wolf

    *) https://blog.max-fun.de/2011/03.....getauscht/

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  • Max

    @Wolf: na so viel gibt es da ja kaum noch, aber man weiß ja nie 😉

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  • Tom

    Ja, hat wieder mal viel Spass gemacht.
    So langsam kommt da Routine rein, wenn man so etwas öfter machen darf. 😉
    Warum ich vor dem Schrauben immer solchen Respekt habe ist mir unklar, hat doch bis jetzt alles bestens geklappt.

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  • Max

    @Tom: hab ich doch die ganze Zeit gesagt, irgendwie geht es auch immer wieder zusammen.

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  • Pingback: Hallo ‘Motorradsaison’ » Max und Vio's Schreibblog

  • Flo Schmellinger

    Auf dem letzten bild ist an den Tauchrohren um die Dichtringe eine art Scheinbeinschoner aus Metall zu sehen. Was ist das? 🙄

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  • Max

    @Flo Schmellinger: die Teile nennen sich Gabelprotektoren und sollen Standrohr und Dichtring vor Beschädigungen schützen.

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  • Anonymous

    hallo liebe leute,

    wie ist das dann, wenn ich eine andere feder zb. von wirth reingebe. sind dann füllstand und menge gleich?

    lg
    Horst

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  • Max

    @Anonymous: die Werte stehen in der Regel bei den Federn dabei, da je nach Zubehörfeder andere Füllstände nötig sind.

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  • Jürgen

    Hallo zusammen,

    wenn man nur die Simmerringe wechseln will brauch ich die Gabel oben gar nicht aufmachen um die Feder raus zu holen. Ich mache gleich unten die Ablassschraube auf. Da dies ein Imbus ist der nicht gerade viel Fleisch hat vorher mal mit dem Hammer drauf hauen damit es gut aufgeht. Jetzt ein paar mal pumpen und da Öl ist draußen. Dann kann ich Standrohr und Tauchrohr voneinander trennen, indem ich kräftig an beiden Enden ziehe. Aber was mach ich wenn das ganze nicht ausseinder gehen will. Kommt leider öfter vor als einem lieb ist. Dann hilft nur eins in einen Schraubstock einspannen und das Ganze sehr heiß machen.
    Die Idee mit der Kreuzschlagtechnik ist zwar gut, aber einfacher geht es mit einen Stück Rohr das den richtigen Durchmesser hat. Damit kann ich den Simmerring gut eintreiben. Und auch die Staubkappe.
    Ich will hier keinen davon abhalten selber zu schrauben, möchte aber doch zu bedenken geben das nicht immer alles so einfach geht wie bei Euch, man sollte also schon ein wenig Erfahrung im schrauben haben um nicht auf die Nase zu fallen.

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  • Jürgen

    Ach ich habe noch was vergessen.
    Ihr hängt die Feder ja schön auf damit sie gut abtropfen kann.
    Ein Tropfen Öl verunreinigt ca. 600-1000 Liter Trinkwasser. Bitte sowas nicht mehr tun. Ist zwar schön im Grünen zu arbeiten aber so muss und sollte es nicht sein. Bin zwar kein Grüner aber ein bißchen achte ich schon auf meine Umwelt.

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  • Max

    @Jürgen: sicher führen mehrere Wege zum Ziel.
    Mittlerweile haben wir schon viele Gabel-Wartungen an diversen Fahrzeugen vorgenommen, bisher war kein Schraubstock nötig.

    Bei der SevenFifty, als auch bei anderen Fahrzeugen, hat nicht jede Gabel eine Ablassschraube, sondern nur die mit Gleitbuchsen.

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  • Max

    @Jürgen: der aufmerksame Beobachter wird eventuell auch den Ölauffangbehälter (und auch die Plane) auf den Bildern gesehen haben. Natürlich hängen wir die Feder genau darüber auf.

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