Geotagging: GPS Handheld vs. GPS Data Logger

Recht häufig taucht in den Fotoforen und Newsgroups beim Thema Geotagging die Frage nach einem GPS Data Logger auf, also einem kleinen GPS Empfänger der den zurückgelegten Weg aufzeichnet um danach die auf dieser Tour gemachten Fotos zu verorten.

Ein Großteil der Antwortsuchenden sind DSLR- oder Bridgecam-Benutzer, also Leute mit größeren Kamerataschen und ich schlage gern ein richtigen Handheld-GPS für solche Vorhaben vor. Denn diese haben in meinen Augen deutliche Vorteile gegenüber den reinen Data Loggern, ich betrachte hier die reine Tracklog-Funktion unabhängig vom verwendeten Chipsatz. in meinen Augen müssen die Geotags auch nicht immer auf den Meter genau liegen und meine Erfahrung mit meinem Legend HCx, hat mir auch gezeigt, dass eine Abweichung größer 5m gar nicht vorkam bei langen Touren.

Geotagging

Nun gibt es natürlich diverse GPS Data Logger, die speziell nur eine Aufgabe erfüllen und meist auch für Fotografie beworben werden. Ganz einfache Geräte, ohne Display und mit integriertem Akku gibts es schon ab 50 Euro [1], was in meinen Augen doch recht teuer ist. Da für wenige Euro mehr bereits ein eTrex H [2] zu bekommen ist, welches über ein Display verfügt und mit handelsüblichen Batterien oder Akkus bis zu 25 Stunden läuft. Die Anbindung an den PC erfolgt bei diesem Gerät nicht über USB, sondern über RS232 und ein meist teureres Kabel. Die hat aber den Vorteil die NMEA-Daten direkt am Port auszulesen.

Aber es werden auch weitaus teurere Geräte mit Display angeboten, ein Beispiel ist der Wintec WSG-1000 [3] für knapp 150 Euro mit großem S/W-Display. Dieses Gerät bietet unter anderem Positions- und Geschwindigkeitsanzeige, einen Kompass und kommt bereits mit Fahrradhaltern. Das Gerät läuft mit dem begelegten Akku ca. 20 Stunden, laut Hersteller, und ein Zweitakku kostet deutlich mehr als herkömmliche Akkus.

Im Vergleich dazu ein eTrex Legend HCx [4], welches für ein paar Euro mehr über ein Farbdisplay, Speicherkartenslot und Routingfunktion auf Kartenmaterial verfügt. Die Laufzeit mit einem Satz Akkus oder Batterien (2x AA) liegt bei etwa 25 Stunden nur etwas über dem Wintec, aber ein zweiter Satz ist deutlich günstiger und unterwegs kann man auch einfach auf Batterien zurückgreifen.
Wem der barometrische Höhenmesser und der elektronische Kompass wichtig ist, greift zum eTrex Vista HCx [5].

Auch im Vergleich der Startzeiten bis zum Satelliten-Fix spielen das eTrex Legend HCx und das Wintec WSG-1000 in der gleichen Liga.

Durch die Speicherkarte hat man nahezu unbegrenzt Speicher für die automatische Trackaufzeichnung, ein deutlicher Vorteil gegenüber den meisten reinen Data Loggern. Vielen ist jedoch solch ein Handheld viel zu groß und zu schwer.
Wenn ich nur auf Fototour bin und nicht beim Geocachen, dann hab ich mein Legend HCx immer im Fotorucksack oder in der Fototasche, dort ist eigentlich immer Platz dafür und ich denke, die meisten werden zum Fotografieren ja nicht ohne Tasche rausgehen ;).

Das einzige was das eTrex nicht kann, ist als Bluetooth-GPS-Maus zu fungieren, aber das braucht man bei diesem Gerät auch nicht, da es ja selbst navigieren kann 😉

Ich habe selbst keine praktischen Erfahrungen mit den reinen Data Loggern, aber dennoch denke ich, dass vor der Anschaffung eines GPS-Empfängers zum Zwecke des Foto-Verorten mal darüber nachgedacht werden kann, ob ein Handheld nicht auch in anderen Situationen hilfreicher ist als ein Logger. Viele sind ja auch mit dem Fahrrad oder Motorrad unterwegs und da ist doch ein Handheld mit routingfähiger Karte sicher auch ganz praktisch 😉

[1] Hama GPS Travel Logger “GT-100”
[2] Garmin GPS eTrex H
[3] Wintec WSG – 1000 Datenlogger und Outdoor GPS
[4] Garmin GPS eTrex Legend HCx
[5] Garmin GPS eTrex Vista HCx

9 Kommentare

  • Naja, so ganz unbegrenzt ist der Platz durch die Speicherkarte nicht, denn der Track wird zunächst intern aufgezeichnet und da ist irgendwann der Speicher voll. Dann muss der Track im Gerät gesichert werden und es kann weitergehen. Wenn man da nicht aufpasst, dann hat man schnell unbrauchbare Daten.

    Aber okay, ich lasse alle 10 Sekunden einen Trackpoint speichern und komme mit dem internen Speicher des HCx einen kompletten Tag aus. Blöd ist dann halt nur, wenn man abends das Auslesen vergisst, denn beim Speichern des Tracks im Gerät werden keine Zeitstempel gesichert und damit ist der Track dann fürs Geotagging unbrauchbar.

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  • Max

    @Schrottie: Ich hab es bei mir so eingestellt, dass das Gerät automatisch auch auf die Karte schreibt, dabei wird für jeden Kalender-Tag ein Log auf die Speicherkarte geschrieben, unabhängig vom Active Log. Diese Dateien haben auch Zeitstempel und sind also fürs Geotagging nutzbar.

    Die Manuell gespeicherten Tracks hingegen werden komprimiert und die Zeitstempel entfernt, sind also nur noch für TracBac nutzbar.

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  • Okay, das hat mich jetzt mal auf eine Idee gebracht. Tatsächlich, um an die täglichen Tracks zu kommen muss die Karte raus oder der GPSr auf USB-Massenspeicher umgeschaltet werden. Und in der Tat, da sind die Tracks. Ist zwar blöd, denn die Software die man halt so nimmt verwendet ja den normalen Datenmodus und kommt somit nicht an diese Tracsks ran, aber irgendwas ist ja immer… 😉

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  • Da ich nicht immer mein Colorado mit mir herum schleppen möchte habe ich mich für’s Geotagging für das GT-100 von i-gotU (im Beitrag als Hama-Gerät vorgestellt) entschieden. Das Gerät bietet einen über die beiliegende Software anzupassenden Aufzeichnungsintervall (IntelliMode), der Geschwindigkeitsabhängig mehr oder weniger Daten aufzeichnet und somit den Speicher optimal ausnutzt. Der genannte Speicher von 64.000 Wegpunkten (?) reicht dabei auch für längere Touren vollkommen aus. Während eines Langzeittests während des Project-Game Events in Bremen lief das Gerät von 7-22 Uhr durchgängig; der Speicher wurde hierbei zu 48% ausgelastet.

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  • Max

    @Schrottie: ich bin eigentlich froh, dass es diese Funktion in der Art gibt. Als ich letztes Jahr mehrere Tage mit dem Mopped in Tschechien war, habe ich die Tagestouren als Track manuell abgespeichert, um sie später für die Routenbeschreibungen zu nutzen. Die automatischen Tracks habe ich dann fürs Geotagging genutzt, da ich das ja auch erst zu Hause nach dem Urlaub machen konnte.

    @TandT: das wären 15 Stunden für 48% Speicherbelegung, nach etwas über 30 Stunden ist das Gerät vermutlich voll. Man wäre also in einem mehrtägigen Urlaub gezwungen es auszulesen, oder sehe ich das falsch?

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  • @Max: Dieses Problem trifft mich nicht, da ich auch im Urlaub immer das Notebook dabei habe und die Bilder immer tagfertig sichere, inkl. vorherigem Geotagging. Und so konnte ich auch immer des Abends die laufenden Aufzeichnungen im GPSr löschen. Blöd war nur, das ich bestimmte Streckenabschnitte mal einzeln aufgezeichnet und dann seperat gespeichert habe, wegen der fehlenden Zeitstempel waren die dann für OSM unbrauchbar, und eben deswegen hatte ich einzeln aufgezeichnet.

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  • Max

    @Schrottie: Letztes Jahr hatte ich mein Netbook noch nicht, beim nächsten Urlaub wird es sicherlich anders aussehen, aber da ich auch nen Imagetank besitze, ist das Auslesen am Computer einfach nicht zwingend gewesen ;). Und selbst wenn man es vergisst, es ist ja nichts weg, sofern man es richtig eingestellt hat.

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  • @Max: Da stimme ich Dir zu, allerdings habe ich bei mehrtägigen Touren dann meinen GPSr dabei und zeichne die Tracks darüber auf. Der Tracklogger ist daher nur für reine Fototouren (ohne Geocaching – ja auch so etwas gibt es… :gut: ) gedacht. Ich habe meinen übrigens gebraucht auf eBay für 25 Euro ersteigert.

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  • Max

    @TandT:

    Der Tracklogger ist daher nur für reine Fototouren (ohne Geocaching – ja auch so etwas gibt es… :gut: ) gedacht.

    Ich weiß, das mache ich ja auch, wie ich oben auch schon schrieb. Ich hatte auch, bevor ich mit Geocaching anfing, ein eTrex (altes yellow), das war immer dabei bei meinen Fototouren. Die Logger kamen ja erst wesentlich später und waren anfänglich genauso teuer wie Handhelds.

    Ich will ja auch niemanden bekehren oder so, aber bei dem was ich hin und wieder in der Richtung lese, was der Logger am besten alles auch noch können sollte, ist ein Handheld vermutlich die bessere Wahl 😉

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