Datenschutz vs. Vorratsdatenspeicherung

Das beißt sich mittlerweile alles gegenseitig und macht die Sache für Webseitenbetreiber nicht einfach. Das Urteil des Berliner Amtsgericht [1] verbietet die Speicherung von personenbezogenen Daten, also auch IP-Adressen. Man darf die Daten nicht speicher, aber die Provider sollen es dann doch machen.
Das wirft natürlich ein paar Probleme auf und ich habe mich dieses Wochenende etwas intensiver damit befasst. Einen interessanten Podcast zu diesem Thema gibt es bei Technikwürze [2].

Ich nutze ja schon lange ein Plugin, welches die IP-Adressen der Kommentatoren nach 5 Tagen löscht. Email-Adressen werden ja, auf Grund eines noch ungelösten Bugs, sowieso nicht gespeichert. Dieses Plugin [3] gibt es auch in der veränderten Variante und löscht somit sofort die IP-Adresse bei genehmigten Kommentaren.
Das Plugin Semmelstatz [4], welches ich ebenfalls nutze, kann so eingestellt werden, dass es die IP-Adressen nicht speichert, was ich bereits nutze. Problem hierbei ist dann, dass nur noch die Zugriffe gezählt werden, aber keine Besucher mehr.

Derzeit nutze ich zusätzlich noch die Dienste Google Analytics (auf all meinen Websiten) und Feedburner Stats (hier im Blog), beide speichern die IP-Adressen, das kann ich jedoch leider nicht beeinflussen und habe darauf als Nutzer auch keinen Zugriff. Dennoch liefern beide Statistiken recht gute Werte und ich würde es natürlich bedauern, darauf verzichten zu müssen.

Inwieweit ich diese beiden Statistik-Tools weiterverwende hängt natürlich auch von der Entwicklung und den Folgen des Urteils ab, dennoch bemühe ich mich die Speicherung der IP-Adresse im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterbinden. Ich werde dazu auch meinen Webhoster kontaktieren und erfragen ob es möglich ist, dass er den Webserver soweit anpasst, dass keine IP-Adressen in den Logfiles gespeichert werden.

Es bleibt also schwierig :neutral:.

Ebenfalls interessante Links zu diesem Thema:

[1] heise online: Berliner Amtsgericht verbietet Speichern von personenbezogenen Daten
[2] Technikwürze 93 – Das Ende der IP-Adresse?
[3] Plugin „Delete Comment IP immediately“
[4] Semmelstatz

Ein Kommentar

  • Ahasver

    spannend und passt zum Thema:

    “Im Internet geben immer mehr Nutzer – zumeist freiwillig – ihre letzte Intimität preis. Dabei sind die privaten Daten des Einzelnen mittlerweile zu einer profitablen Währung im World Wide Web geworden. Zwar werden zahlreiche Online-Dienste als kostenlose Angebote beworben – gratis sind sie deshalb allerdings noch lange nicht.1

    Längst sind die Internetnutzer mehr als nur Konsumenten; ihre privaten Daten selbst werden zur wichtigsten Ressource einer sich neu orientierenden Werbeindustrie. Über die weitergegebenen Informationen verlieren die Nutzer nicht nur vollständig die Kontrolle; vielmehr werden die Bürgerinnen und Bürger regelrecht ihrer Privatsphäre enteignet.”

    http://blaetter.de/artikel.php?pr=2766

    AntwortenAntworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.