a bit of a yawn, part 2.

Ich war ja vorhin dochn bissel verstimmt. Ja ja. Mußt ich heut doch – mal wieder – zum Onkel Zahndoktor, weil der noch ne Füllung machen wollte. Termin war um 14:30 Uhr, Violein war och voll pünktlich da, sogar schon zehn Minuten früher.
Artig die Versichertenkarte zum Einlesen gegeben, die ich im Mai zur Kontroll-Untersuchung vergessen hatte, auch die 10,- € Praxisgebühr hab ich fein bezahlt… und ab ins Wartezimmer.
Lage gecheckt: juuut, nur ein kleiner Junge mit Papa vor mir, dann kann’s ja nich sooo lange dauern. Nach mir kam noch ne Frau, die irgendwelche Probleme mit ihren Schneidezähnen hatte. Die aber sagte gleich an der Anmeldung, dass sie um halb vier nen Termin beim Notar hätte… und ich hab mir noch nix bei gedacht.

Violein durfte auch – oi Wunder – um halb drei schon ins Behandlungszimmer 1 (is wohl das von mir meistgenutzte) reintrotten und mir’s schonmal aufm Behandlungsstuhl bequem machen, von der Assistentin meines Vertrauens bekam ich schomma die Sabberschürze und en Becherchen mit Spuckwasser kredenzt und so nebenbei nochn bissel Smalltalk aufgeklatscht.
Sie entfernte sich dann mit den Worten “dauert nochn bissel”. Joah, is ja normal, so en paar Minütchen, ne…

Die Stimme von meinem Onkel Zahndoktor machte ich nach einigen Minuten in Behandlungsraum 3 aus bei dem kleinen Jungen mit Papa – dazu muss man vielleicht wissen, dass er in seiner Praxis sowas wie “offene” Behandlungsräume hat, zwischen den einzelnen Zimmern gibt es nicht wirklich Türen. Der kleine Junge bekam wohl grad ne Spritze und fiepte en bissel rum. Gähnen macht sich in mir breit und ich seh mir zum x-ten Mal die Apparaturen um mich rum an, die ich von früheren Wartezeiten schon kenne…

Um zehn vor drei schau ich auf meine Armbanduhr – na jetz könnt er aber ma kurz vorbeihuschen und mal die Lage checken, ob ich für die bevorstehende Füllung bzw. das Bohren davor ne Spritze bräuchte oder nich… nüx da, der Kerl is irgendwo hin verschwunden, wahrscheinlich macht er gerade in seinen privaten Räumen über uns en kleines Kaffeepäuschen, soviel Zeit muss ja schließlich sein, woll.

Fünf nach drei und die Schneidezahn-Tussi wird in Behandlungsraum 2 gesetzt – aha aha. Mir schwant schon Unschönes.

Und um zehn nach drei bewarheitet sich meine Vermutung – Onkel Doktorlein beehrt sie zuerst mit seiner Anwesenheit und erkundigt sich zunächst mal, wie dieses Sudoku funktioniert, dass diese Schneidezahn-Tussi die ganze Zeit des Wartens über praktiziert (sie hatte da so ein kleines Büchlein dabei…). Um viertel nach kann’s dann endlich bei ihr losgehen, war wohl och nur Aufbau von einem oder beiden Schneidezähnen, weiß ich ja nich so genau, saß ja mitm Rücken dazu. Mittlerweile bin ich schon hin und wieder en bissel am kurz einnicken, jedenfalls finde ich es sehr entspannend, mal ab und an die Äuglein für ein paar Minuten zu schließen.

Zwanzig nach drei, Zahndoktor hat seine Frau am Telefon, sein Fernseher war wohl defekt (und das jetzt gerade während der WM, tststs…). Zur Patientin meint er nach dem Telefonat noch, nachdem er seine Frau zum Schluß recht schnell abgewürgt hat “die redet immer sehr gern viel”…. Ääääähm… ja klar…. er nich?

Um fast Punkt halb vier war Zahnschneide-Tussi dann fertig, und ich geb mir schon selbst im Kopp Wetten ab, ob er nun die Güte hat, mich als nächstes zu behandeln oder wieder nen Patienten in dem mittlerweile ja bestimmt wieder neu besetzten Behandlungsraum 3 vorzieht (womöglich muss dieser ja um vier noch wohin? ).

Aaaber! Nee, er kömmt zu mir! Na dann kann’s ja los gehen.
Spritze braucht ich – Gott sei wohl Dank – keine, sonst wär er womöglich wieder für mindestens ne halbe Stunde wohin verschwunden, die Spritze muss ja auch gut wirken, ne. Also ab geht er mitm Bohrer und Violein versucht, sich nich allzu sehr zu versteifen aufm Stuhl. War aber gar nicht so einfach, weil der Spiegel in der Backe kniff und der Zahndoktor mit seinem Bohrer mir die Lippe einquetschte. Aber wat tut man nich allet für die Schönh… öh… Gesundheit. Einmal Ausspülen und mit nem verstohlenen Drüberhuschen mit der Zunge merkte ich: hoi, einmal quer drüber übern Zahn, so klein war’s ja wohl doch nich…
Nu noch en Wattestäbchen reingequetscht, Matrize angelegt, nochn Keil dazwischen und schon konnt die Füllung rein. Nachm Aushärten dann noch dat Modellieren, Fein- und Glattschleifen und fertsch war die Vio bzw. die Füllung.

Artig noch Händchen gegeben, mittlerweile war’s schon fünf vor vier, wasn Glück muss ich nu erst wieder in nem halben Jahr dahin, Rechnung abgeholt für die extrane Glaskeramikfüllung und ab nach Hausäääää!

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