Opa’s Geburtstag

Gleich nach dem Frühstück sind wir, meine Eltern und ich, zum Opa rüber und haben gratuliert. Wir haben uns eine Weile mit ihm unterhalten und da ja für den Nachmittag/Abend das “große” Familienttreffen geplant war, sind wir nach ca. 1 Stunde gegangen.
Meine Mutter und ich fuhren danach wieder einmal durch die Stadt zum Shoppen, das Wetter war heute dazu sehr schön, sonnig und angenehm.
Am Nachmittag aßen wir eine Kleinigkeit zu Hause und luden danach den Opa zu uns ein, denn mein Vater wollte ihm ein wenig auf dem neuen Cello vorspielen.
papacello.jpg
Das hat den Opa sehr erfreut und da er vor dem großen Abendessen noch etwas Ruhe brauchte, ging er nach einer Weile wieder zurück in seine Wohnung.
So warteten wir alle auf die Ankunft meines Bruders mit Familie. Dieser kam zuerst zu uns, da er dachte, dass Opa noch hier sei. Er ging jedoch sofort rüber um hallo zu sagen und natürlich zu gratulieren. Nach ca. einer halben Stunde klingelte es dann bei uns und wir sollten dann gemeinsam los, um zum Restaurant zu gehen.
Kaum aus der Haustüre raus, bemerkte Opa, das meine Mutter sich recht fein gemacht hatte und im gleichen Atemzug bezeichnetete er mein Erscheinungsbild mit ‘Räuberzivil’ und auf kurze Nachfrage meinerseits, ob es denn falsch sei eine kurze Hose anzuhaben bei dem Wetter anzuziehen, antwortete er mit “der hat doch ne Hacke”, da wurde mir klar, dass er wahrscheinlich nicht nur mit meiner kurzen Hose, sondern alles in allem und vor allem mit meiner Frisur unzufrieden war.
Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit ihm, ob er denn ein Problem mit mir habe und er mir erwiderte, dass er mir ja das Fahrgeld nach Berlin spendierte, wurde es mir zu blöd und ich fragte meinen Vater nach dem Wohnungsschlüssel. Und wie es manchmal so ist, wollte er dann auch nicht mehr zum Essen gehen. So gingen meinen Vater und ich nach Hause und der Rest, Opa, meine Mutter und mein Bruder mit Familie, weiter in Richtung Restaurant.
Nun bin ich gespannt, denn es ist nicht das erste Mal, dass ich kurz vor einer Feier auf mein Äußeres dumm angemacht wurde und ich danach nicht mehr hingegangen bin. Zwar nicht in meiner Familie, aber ich muß mir ja schließlich nichts vorschreiben und mich in meiner Freiheit einschränken lassen.

ich mach schließlich das, was mir gefällt

4 Kommentare

  • Karin

    Hallo Max!
    Lass nicht zu, dass man auf Dir rumtrampelt!
    Ich habe mir auch nie was gefallen lassen…
    Jeder kehre vor seiner eigenen Tür!
    Grüssileins lasse ich hier!

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  • zauberhexe

    Nun es gibt immer mehrere Gesichtspunkte.

    Also Haare, egal ob Farbe oder Frisur, ist Sache des Trägers und nicht zu kritisieren.

    Allerdings in kurzen Hosen zu einer abendlichen Geburtstagsfeier im Restaurante zu gehen, finde ich auch nicht ganz in Ordnung. Vielleicht hast du ein klein wenig überreagiert, wer weiß, ob du nochmal mit deinem Opa Geburtstag feiern kannst!

    Sorry, aber das ist meine Meinung.
    LG zauberhexe

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  • Max

    Also überreagiert hab ich in keinster Weise.
    Für einen Aussenstehenden mag das vllt so aussehen, aber ich kann ja mal noch ein paar Dinge dazu erläutern.
    Ich weiß nicht genau warum er das gesagt hat, ob es die Hose war (überknielange Baggypants), oder die Haare oder beides. Er hats mir ja nicht gesagt. Dazu kommen noch einige andere Dinge z.B. wie er über mich und meine kranke Frau denkt, mir aber selbst nie sagt und immer etwas scheinheilig mir gegenüber ist.
    Ein herzliches Verhältnis habe ich zu ihm schon lange nicht mehr. Er bevorzugt seine Ex-Stieftochter inkl. Enkelin und erzählt immer voller Stolz von ihnen, auch wenns nix besonderes gibt. Darüber hinaus bezeichnet er seine seit 17 Jahren Ex-Frau noch als seine Frau. Die fahren auch 2 mal im Jahr in den Urlaub (Ski-Urlaub in Österreich, USA etc), mit Opa-Zuschuss, wenn ich mal nur von einer evtl. geplanten Reise (Ferienhaus in Dänemark) erzähle und dass ich jetzt dafür spare, kommt immer nur “Du/Ihr braucht doch nicht wegfahren fahren, mach ich ja auch nicht.” Er sitzt halt nur noch zu Hause rum, geht nicht mehr raus und zeigt kein Interesse an seiner Umwelt.
    Wenn man mal erzählt, dass dies und jenes wieder teurer geworden ist und man jetzt schauen muß mit dem Geld, sagt er: “Jammert doch nicht immer so, … die paar Pfennige, das is eben so”. Dagegen bekommt seine (Nicht)-Enkelin von ihm seit einigen Jahren monatlich 30 Euro per Dauerauftrag. Sie selbst ist jetzt 19 und verdient eigentlich schon selber Geld.
    Nicht dass man mit den 30 Euro in Saus und Braus leben könnte, aber mir geht es einfach um die Ungerechtigkeit eine Familie zu unterstützen, die nicht mal seine ist und die eigene hintendran zu stellen.

    Es sind eben die vielen kleinen Dinge die mich stören und irgenwann kommt das dann auch mal in irgendeiner Form raus.

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  • Hier meldet sich jetzt die Mama vom Stefan, bzw.Schwiegertochter des jetzt 81 Jährigen.
    Die “unter Knie” kurze Hose vom Stefan sah nicht nach lässiger Schlamperhose auf dem Campingplatz aus,sondern war sauber, dunkelblau und mit zwei Taschen an den Seiten, so wie sie heute modern, von jungen Leuten getragen werden. Dazu hatte unser Sohn ein 1/2 ärmliges, dunkelgraues Freizeithemd mit einer Brusttasche frisch gebügelt aus seiner Gepäcktasche genommen und angezogen.
    Es war also überhaupt kein Grund, ihn zu kritisieren mit so einer häßlichen Bemerkung.
    Mein Schwiegervater selber hatte eine karierte,lange Freizeit-Hose an, die er schon
    20 Jahre trägt, obwohl er von uns zu Weihnachten eine schöne schwarze Hose mit austrennbarem Fleecfutter,durch Reißverschluß,bekam.
    Der Bruder mit Frau waren auch sehr erschrocken, über diese Bemerkung unseres Opas und empfanden seine Äußerungen ebenfalls unangemessen.
    Seit ca 16 Jahren wohnt der Vater bzw. mein Schwiegervater neben uns auf der Etage unseres Wohnhauses in einer 1-Raum-Wohnung. Auf mein Zutun hin,konnte der SchwieVa in diese Wohnung einziehen, damit er im Alter und bei Krankheit die Unterstützung von seiner Familie erhalten kann.
    Zum damaligem Zeitpunkt hatten sein Sohn und ich als SchwieTo niemals geglaubt, daß nach der Scheidung von seiner Frau eine so starke Bindung bestehen bleiben würde, daß sogar die Stief-Tochter das Wohl unseres Vaters bestimmt.
    Der einzige leibliche Sohn wird zu keiner wichtigen Beratung im Falle seiner Häuslichen Krankenbetreuung zu Rate gezogen.Eine Betreuung unsererseits,ihm die Tablettendosis für den Tag bereit zustellen, hatte er auch abgelehnt.
    Auch unsere Bekannte/Freundin im Haus, die den Vater/Opa auch schon lange kennt, ist sehr erstaunt und erschrocken über diesen Vorfall.
    Ich könnte noch viele Erklärungen niederschreiben, aber als Außenstehende wird es immer schwer zu verstehen sein, wenn familiäre Zwistigkeiten sich so zuspitzen.

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