WLAN vs PLC

Vor kurzem gab es eine Frage in einem Forum, der Fragende (nach eigener Aussage PC-Dau) wollte in einem 2-stöckigen Haus 2 PCs den Zugang zum Internet gewähren und fragte nach WLAN.
Interessanterweise wiesen die ersten Antworten auf PLC hin. Einer schrieb, das dies ja einfach wäre, WLAN einbußen durch Wände haben könnte und das er nicht “Fan” von der Strahlungsbelastung durch WLAN wäre. Ein anderer schrieb noch, dass die PLC-Verbindungen ja sicherer seien als WLAN, da man sich bei WLAN Sorgen um die mangelnde Konfiguration des AccesPoints machen müßte.
Auch nach meinem Einwand PLC nicht zu verwenden, auf Grund der bekannten Probleme, war jemand der Meinung, dass Störungen erst ab 10 Nodes auftreten und die Strahlenbelastung geringer wäre als bei WLAN.

Nun ja, da ich weiß, dass derjenige z.B. ein Handy besitzt, finde ich das Argument der Strahlenbelastung etwas, naja, sagen wir, merkwürdig.
Zum Vergleich hier Sendeleistungen verschiedener Anwendungen:

  • WLAN 100mW
  • GSM 1-2 W
  • DECT 250mW
  • UMTS 100-250mW
  • Bluetooth 1-100mW
  • Funkkopfhörer o.ä. 10mW

Bei einigen WLAN Geräten ist es darüberhinaus auch möglich die Sendeleistung zu verringern bzw regeln automatisch die Leistung bei ausreichendem Empfang.
Bei PLC habe ich, durch die feste Verlegung der Stromkabel in einem Haus, keinen Einfluß auf die Ausbreitung des elektromagnetischen Feldes und somit auch nicht auf die Wirkung auf Menschen, Tiere oder andere Geräte. Das durch PLC erzeugte EM-Feld wird ja nicht nur von den Kabeln abgestrahlt, sondern auch von allen im Haus angeschlossenen Geräten.
Bei den oben aufgezeigten Anwendungen kann man jedoch, durch geeignete Maßnahmen, direkten Einfluß auf das EM-Feld und die Strahlungsleistung nehmen.

Die angesprochene Datensicherheit, ist bei PLC gegenüber WLAN auch nicht so hoch wie vielleicht von vielen angenommen, da hier, durch die geringe Datenrate, nur eine 56Bit-Verschlüsselung angeboten wird. Auch wenn die Reichweite von PLC nicht sehr hoch sein soll, kann es durchaus passieren, dass andere Bewohner in einem Haus mit PLC-Nutzern, diese Daten “abhören” und durch die geringe Verschlüsselung leicht nutzbar machen können.
Bei WLAN hingegen gibt es die WEP-Verschlüsselung mit bis zu 128Bit, das WPA-Protokol, abschalten der WLAN-Kennung und das Zulassen von gezielt aus gewählten PC über die MAC-Adresse.
Durch Verringerung der Sendeleistung und Postionierung der Sendeantenne eines WLAN-Accesspoints, ist ebenfalls möglich, den Zugriff von Außen zu erschweren.

Ich persönlich finde es aber auch immer wieder interessant, dass sich Leute über Elektro-Smog aufregen, die selber genügend ‘strahlende’ Geräte zu Hause haben, wie Schnurlostelefone, Microwelle, Handy, kabellose Tasturen und Mäuse etc.
Andererseits ist das Argument, dass Funkstörungen durch PLC erst ab 10 Nodes auftreten auch wieder ein Beweis, für das eigentlich nicht erkannte Problem.
Sicher macht ein privater Anwender in einem Mietshaus mit solch einem PLC-Kit keine großen Störungen, aber er bleibt mit seiner Meinung nicht lange allein und auf einmal sind es dann 5 oder 6 Anwender im selben Mietshaus und später dann 40 in der gleichen Straße und dann treten die Probleme auf und keiner wollte davon etwas gewußt haben und meint “Ich dachte, dass stört niemanden, wenn ich … “.

Ich als Funkamateur muß dafür Sorge tragen, dass meine Amaterufunkanlage nach EMVG alle Auflagen und Sicherheitsabstände einhält und muß auch noch EMV-Beiträge bezahlen.
Diese PLC-Kits hingegen überschreiten die zulässigen Werte und der Betreiber wird dafür nicht belangt.
Glücklicherweise: Im Störungsfall werden PLC-Geräte von der RegTP außer Betrieb genommen und dadurch wertlos.

In diesem Sinne… 25m Netzwerk-Kabel sind übrigens viel günstiger und auch abgeschirmt 😛

3 Kommentare

  • Dem kann ich nur voll beipflichten. Denn wirklich, die meisten, die sich ueber strahlende Antennen auslassen, sind diejenigen, die fast mit dem Mobiltelefon am Ohr “geboren” sind. Der Amateurfunkdienst besteht i.a. zu 95% aus “Empfang”, der verursacht ja keine Abstrahlung ueber die Antenne(n). Die geringfuegge Oszillatorspannung innerhalb des(r) Geraete(s)bleibt meist sowieso im “Gehaeuse” und liegt leistungsmaessig in dem mW- oder sogar nur µW-Bereich. Da ist die Oszillatorleistung eines aelteren UKW-Tuners eher geeignet, weitereichend das “Umfeld” zu bedienen.
    Wir koennen sicherlich hoffen, dass PLC eines Tages als Randnotiz verschwindet – Babyphones auf dieser Basis dann auch…
    Vy 73 es 55 de Wolf DL7VBE

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